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Adblocker

Adblocker sind ein sehr beliebtes Mittel, um durch das Ausblenden von Werbung die Lesbarkeit von Online-Inhalten zu erhöhen. Diese Werbeblocker verhindern nämlich das Abspielen von Werbe-Videos, unterdrücken Werbe-Popups und halten die Website frei von störender Werbung. Viele Unternehmen wehren sich allerdings dagegen, da sie auf Einnahmen durch Werbung angewiesen sind.

In diesem Artikel möchten wir dich also über Adblocker informieren und dir auch die rechtliche Lage dazu vorstellen. Mit den dargestellten Vor- und Nachteilen sollst du ein möglichst gutes Bild über die Nutzung von Adblockern bekommen. So wollen wir dir dabei helfen, dich rund um das Thema Adblocker zu informieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Adblocker blenden Werbungen auf Websites aus und erhöhen damit die Lesbarkeit von relevanten Inhalten.
  • Durch verschiedene Verfahren erkennen Adblocker Werbeinhalte in der URL, im Quellcode oder in Dateien.
  • Während Adblocker in Deutschland rechtlich erlaubt sind, wehren sich viele Unternehmen gegen deren Nutzung um Einnahmen aus Werbungen nicht zu verlieren.

Glossareintrag: Der Begriff Adblocker im Detail erklärt

Adblocker sind heutzutage ein umstrittenes Thema, welches auch in Zukunft viel Relevanz haben wird. Deshalb möchten wir den Begriff hier erst einmal erläutern. Neben der Erklärung wie ein Adblocker funktioniert, möchten wir dir auch die rechtlichen Rahmenbedingungen vorstellen. Die Vor- und Nachteile sollen dir anschließend ein komplettes Bild über Adblocker vermitteln.

Was ist ein Adblocker?

Bei einem Adblocker handelt es sich um ein Computerprogramm, das als Erweiterung heruntergeladen wird. Das Wort setzt sich aus den englischen Wörtern “advertisement” und “blocking” zusammen und bedeutet so viel wie Werbeblocker. Mit diesem werden dem Nutzer mögliche vorhandene Werbeinhalte auf den besuchten Websites verborgen.

Werbung kann beispielsweise als Bild, Video oder Pop-up auftreten und wird schon vor dem Anzeigen der besuchten Website bei Nutzung eines Adblockers deaktiviert.

Da Adblocker jegliche Werbung auf Internetseiten ausblendet, wird diese übersichtlicher und erhöht die Lesbarkeit der eigentlichen Inhalte. (Bildquelle: pixabay.com / StockSnap)

Werbeblocker gibt es von unterschiedlichen Anbietern und lassen sich in den verschiedensten Webbrowsern installieren. Bei einigen Browsern wie Chrome und Firefox kann der Adblocker direkt über ein Add-ons-Funktion nachinstalliert werden [1]. Meist sind diese kostenlos. Adblocker können auch jederzeit wieder ausgeschaltet werden, wenn man sie nicht mehr nutzen möchte.

In der Kritik stehen Werbeblocker, da sie zum Beispiel Online-Verlagen die sich durch diese Werbung finanzieren, Schaden hinzufügen.

Wie funktioniert der Adblocker?

Sobald ein Adblocker installiert wurde, begleitet er dich beim Surfen durch das Internet. Auf drei verschiedene Arten kann er Werbung erkennen.

  1. Endfilter-Verfahren: Hierbei wird die URL nach zuvor definierten Begriffen durchsucht. Wenn also der Quellcode einen dieser Begriffe enthält, wird das jeweilige Werbemittel geblockt.
  2. Vorfilter-Verfahren: Mit diesem Verfahren werden gleich ganze Werbenetzwerke blockiert. Zusätzlich zu Werbungen werden auch das Verfolgen von Nutzeraktivitäten unterbunden.
  3. Deaktivierungs-Verfahren: Werbung beruhend auf JavaScript oder Flash werden somit deaktiviert. Während auch aufdringliche Werbung meist erwischt wird, kann es passieren, dass auch eingebettete Videos ungewollt ausgeblendet werden [2].

Bei den meisten Adblockern wird die Werbung einfach ausgeblendet. Es gibt aber auch einige, bei denen die Werbung durch akzeptable Werbung ersetzt wird. Akzeptable Werbung ist solche, die den aufgestellten Kriterien der Adblock-Anbieter entspricht [3]. In manchen Fällen wird die Werbung auch durch gemeinnützige Werbung ersetzt.

Welche rechtlichen Rahmenbedingungen sollte ich bei einem Adblocker beachten?

In Deutschland sind Adblocker bisher rechtlich zulässig. Bislang haben deutsche Gerichte bestätigt, dass die Nutzung eines Adblockers rechtmäßig ist [4]. Begründet wurde es mit dem Argument, dass Nutzer selbst über das Anzeigen von Werbung entscheiden sollten. Jeder Internetnutzer darf also frei entscheiden, ob er einen Adblocker benutzen möchte, oder nicht.

Gegen diese Entscheidung sprachen sich bereits viele Medien- und Verlagshäuser in der Vergangenheit aus, da diese auf die Einnahmen durch Werbung angewiesen sind. Einige Internetseiten wehren sich nun gegen die Nutzung von Adblockern. Das erreichen sie zum Beispiel dadurch, dass sie nur Nutzer auf ihre Website lassen, die Werbemaßnahmen zulassen.

Facebook wehrt sich gegen Adblocker durch Code-Modifizierung [5]. So ändern sie Wörter die in Verbindung zu Werbung stehen leicht ab, indem sie etwa Silben hinzufügen oder die Rechtschreibung abwandeln. Aus dem Wort „Sponsered“ wird dann beispielsweise „SpSonSsoSredS“. Dadurch wollen sich Unternehmen selbst gegen die Adblocker wehren, nachdem diese vom BGH als rechtmäßig erklärt wurden.

Welche Vor- und Nachteile gibt es bei einem Adblocker?

Aus der Sicht eines Nutzers von Adblockern gibt es viele Vor- und Nachteile, die die Benutzung eines solchen mit sich bringen. Zur besseren Übersicht möchten wir dir diese hier vorstellen und erläutern.

Die Nutzung von Adblockern führt zu einer übersichtlicheren Benutzbarkeit der Websites. Ablenkende Werbung wie Pop-ups, eingeblendete Videos oder auch einfache Werbeanzeigen werden ausgeblendet und der Nutzer kann sich auf die eigentlichen Inhalte konzentrieren. Das hat automatisch zur Folge, dass die Website schneller geladen wird und damit auch der Akku- und Internet-Verbrauch geschont werden.

Einige der Werbeunternehmen sammeln zudem noch automatisch Besucherdaten durch die angezeigten Werbeinhalte. Durch das Blocken dieser kann der Datenschutz besser gewährleistet werden. Adblocker bieten auch in einem gewissen Maß Schutz vor schädlicher Software, sogenannter Malware. Diese kann durch Werbeunternehmen geschaltet werde, ohne dass sie immer von dem Websitebetreiber erkannt wird.

Die Vorteile im Überblick:

  • Bessere Webseitendarstellung
  • Weniger Akku- und Internetverbrauch
  • Besucherdaten können nicht von Werbeunternehmen gesammelt werden
  • Schützen vor schädlicher Software

Es gibt allerdings auch einige Nachteile, die die Nutzung eines Adblockers mit sich bringt.

Werbeblocker können nicht immer zuverlässig zwischen Werbung und Webseiten-Inhalt unterscheiden. Es kann also vorkommen, dass auch relevante Videos oder Bilder deaktiviert werden.

Ein wichtiger Punkt ist auch, dass die Websitebetreiber keine Werbeeinnahmen generieren, wenn Adblocker genutzt werden. Für den Nutzer von Adblockern ist das insofern relevant, als dass die Betreiber darauf reagieren und viele ihrer Inhalte nicht mehr frei zugänglich machen, um ihre Existenz zu sichern. Bei einigen Verlagen zum Beispiel muss man nun ein kostenpflichtiges Abonnement abschließen um Inhalte lesen zu können. Andere Betreiber lassen nur noch Besucher auf ihre Webseite, die den Adblocker ausgeschaltet haben.

Die Nachteile im Überblick:

  • Webseiten-Inhalte könnten deaktiviert werden
  • Betreiber machen Inhalte kostenpflichtig oder zwingen Nutzer zum Deaktivieren des Werbeblockers

Fazit

Die Nutzung von Adblocker ist sehr umstritten. Während Adblocker zwar legal sind, können Websitebetreiber die ihre Inhalte für den Nutzer kostenfrei zur Verfügung stellen nicht einmal durch Werbung Einnahmen generieren. Da die meisten Webseiten aber auf diese Einnahmen angewiesen sind, werden viele Maßnahmen eingeführt um doch Werbung anzeigen zu können.

Nutzer von Adblockern argumentieren weiterhin damit, das Werbungen zu aufdringlich sind und sie ihre Daten schützen möchten. So kommt es zum Wettrüsten zwischen den Werbeblockern und der Werbeindustrie.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://ebblogs.de/how-to/adblocker-im-browser/ [2] https://www.advidera.com/glossar/adblocker/ [3] https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/bgh-kzr-73-17-werbeblocker-iii-kartellrecht-eyeo-marktbeherrschend-whitelisting-kartellrecht-wettbewerbsrecht/ [4] https://www.wbs-law.de/wettbewerbsrecht/adblock-plus-bald-illegal-bgh-entscheidet-ueber-verkaufsverbot-23479/ [5] https://onlinemarketing.de/news/facebook-bekaempft-adblocker-mit-speziellem-code

Bildquelle: 123rf.com / Daniel Rodriguez Quintana

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