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Arbeiten in Indien: Alles was du darüber wissen musst

Arbeiten im Ausland

Mit Indien wird Spiritualität, uralte Tradition, Kultur, Religion sowie eine Vielfalt an Gerüchen und Farben verbunden. Aber eben auch eine aufstrebende Weltmacht. Hier trifft Tradition auf das moderne digitale Zeitalter. Stark wird Indien weiterhin durch Unterentwicklung und das Kastensystem geprägt.

Indien bietet eine außergewöhnliche Kultur sowie ausgezeichnete berufliche Perspektiven, tolles Wetter und eine starke Wirtschaft. Indien ist die siebt größte Volkswirtschaft der Welt und bietet somit viel Potenzial für die Zukunft. Damit bietet Indien vielfältige Möglichkeiten, beruflich Karriere zu machen oder erste wertvolle Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Von Praktika bis Festanstellung oder Freiwilligenarbeit findest du hier alles!

Das Wichtigste in Kürze

  • Auch im Berufsleben gibt es eine starke Verankerung von Tradition, Religion und Kultur. Die Familie spielt in Indien eine große Rolle und ist auch bei Geschäftsessen ein gern gewähltes Thema.
  • Um in Indien arbeiten zu können benötigst du ein Arbeitsvisum, dabei wird zwischen dem B- und E-Visum unterschieden. Wann welches für dich infrage kommt, werden wir dir im Laufe des Artikels erklären. Außerdem wichtig sind gute Englischkenntnisse.
  • In Indien werden in verschiedenen Bereichen gut ausgebildete Arbeitskräfte gesucht. Vor allem gefragt sind Ingenieure, Informatiker, Lehrkräfte, Techniker und Personal im Bereich Forschung und Entwicklung.

Hintergründe: Was du über das Thema Arbeiten in Indien wissen solltest

Kultur und Arbeitswelt in Indien unterscheiden sich deutlich zu der in Deutschland. Deshalb ist es sehr wichtig, dass du dir bevor du nach Indien gehst, genau Gedanken über bestimmte Sachen machst.

Um Unklarheiten zu lösen und deinen Start in die Arbeitswelt Indiens etwas leichter zu gestalten, werden wir im Folgenden die am häufigsten gestellten und wichtigsten Fragen zum Thema arbeiten in Indien beantworten.

Was brauche ich, um in Indien arbeiten zu können?

Wenn es zu einer Anstellung in Indien kommen, gibt es zahlreiche Formalitäten. Dazu zählt unter anderem die Beantragung eines Arbeitsvisums. Dieses ist für maximal zwei Jahre gültig und setzt ein festgelegtes Jahreseinkommen von 25.000 US-Dollar voraus. Nur über die indischen Behörden ist eine Verlängerung des Visums nach Ablauf der Frist möglich.

Mit Indien wird Spiritualität, uralte Tradition, Kultur, Religion sowie eine Vielfalt an Gerüchen und Farben verbunden. Aber auch eine aufstrebende Weltmacht. Hier trifft Tradition auf das moderne digitale Zeitalter. (Bildquelle: Pixabay / Murtaza Ali)

Eine weitere Voraussetzung um in Indien arbeiten zu können sind gute Englischkenntnisse. Englisch ist die zweite Amtssprache und vor allem in großen international agierenden Unternehmen unentbehrlich. In großen internationalen Unternehmen wird zwar oft Englisch gesprochen, jedoch ist es von Vorteil, wenn du auch ein wenig Hindi beherrscht.

Wie finde ich in Indien einen Job?

In Indien ist es üblich, sich initiativ zu bewerben. Jedoch gibt es auch zahlreiche Anlaufstellen mit Internetpräsenz mithilfe derer du Stellenangebote und Firmenadressen findest. Zu den wichtigsten Anlaufstellen gehören die Vertretungen der Deutsch-Indischen Gesellschaft und die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit.

Dort gibt es auch die Möglichkeit den Stellenteil indischer Zeitschriften/ Zeitungen einzusehen. Über das gemeinsame Jobportal kannst du dir in den Tageszeitungen „Times of India“ und „Economic Times“ den überregionalen Stellenteil einsehen.

Hilfreiche Seiten für deine Jobsuche:

  • indien.ahk.de (Deutsch-Indische Handelskammer)
  • arbeitsagentur.de (zentrale Auslands- und Fachvermittlung)
  • stepstone.de/jobs/Indien.html
  • jobsearch.monsterindia.com
  • careerindia.com
  • jobsdb.com
  • Deutsch-Indische Gesellschaft e. V.

Wie sieht eine indische Bewerbung aus?

Englisch ist neben Hindi als offizielle Amtssprache in Indien etabliert. Deine Bewerbungen, die du an Unternehmen vor Ort entrichtest, kannst du also auch ganz einfach in Englisch verfassen. Bei international agierende Konzerne haben ausländische Arbeitnehmer die vergleichsweise höchste Chance auf eine Einstellung.

In Indien sind die Standards für das Bewerbungsverfahren die Gleichen wie du sie auch aus Deutschland kennst. Eine vollständige Bewerbung sollte also über ein Anschreiben, einen tabellarischen Lebenslauf sowie ein aktuelles Lichtbild verfügen. Wenn der potenzielle Arbeitgeber danach verlangt, sollten auch Zeugnisse oder Nachweise über bestimmte Qualifikationen beigelegt werden.

Wie viel verdient man in Indien?

Ein Job oder eine Karriere in Indien hat meist nicht den Fokus auf dem finanziellen Schwerpunkt, sondern auf den Erfahrungen welche du sammeln kannst. Meist hast du ein deutlich geringeres Gehalt, als du vergleichsweise in Europa mit der gleichen Ausbildung erzielen würdest. Jedoch gibt es natürlich auch Ausnahmen. Gerade in Mumbai kannst du in großen international agierenden Unternehmen vorrangig in der IT-Branche auch mal mehr verdienen als Hierzulande. Dies ist jedoch ziemlich selten.

Die Lebenshaltungkosten sind in Indien deutlich niedriger als anderswo.(Bildquelle: 123rf / Denis Vostrikov)

Aus finanzieller Sicht mag Indien nicht unbedingt attraktiv erscheinen, jedoch bietet es dir die einzigartige Chance, Auslandserfahrungen zu sammeln und dich persönlich weiter zu entwickeln. Einige entscheiden sich bewusst für eine Auslandskarriere in Indien, weil sie das Land und die Menschen vor Ort gezielt unterstützen wollen.

Welche Steuern und Versicherungen muss ich in Indien zahlen?

Steuern zahlen musst du in Indien, wenn du länger als 90 Tage in einem nicht indischen Unternehmen arbeitest. Generell wird im indischen Steuersystem zwischen drei Steuermodellen unterschieden:

  • Residents: Sie müssen ihr gesamtes Einkommen in Indien versteuern.
  • Non-residents: Müssen lediglich das in Indien verdiente oder erhaltene Einkommen versteuern.
  • Not ordinarily residents: Müssen das in Indien verdiente oder erhaltene Einkommen versteuern sowie jegliches Einkommen, das von einem in Indien geführten Unternehmen oder einer in Indien angemeldeten Tätigkeit stammt.

Weitere Informationen zum indischen Steuersystem kannst du auf der Seite vom Income Tax Department of India unter incometaxindia.gov.in finden.

Damit du auch in Indien gut versichert bist, solltest du vor deinem Umzug einige weitere wichtige Fragen in Bezug auf deine Krankenversicherung oder Lebensversicherung klären. Du solltest klären, ob du eine Krankenversicherung besitzt, welche über den gesamten Zeitraum in Indien gültig ist und welche Leistungen vor Ort abgedeckt werden oder ob du eventuell noch eine Zusatzversicherung benötigst.

Zwischen Indien und Deutschland besteht kein Sozialversicherungsabkommen.

Ein Arbeitnehmer unterliegt in Indien immer dem indischen Sozialversicherungsrecht egal, in welchem Staat der Wohnort eines Arbeitnehmers gemeldet ist oder wo der Standort des Arbeitgebers liegt. Einen ausreichenden Versicherungsschutz beinhaltet die Eingliederung in das indische Sozialrecht jedoch nicht.

Auch ist es möglich, dass du über deinen Arbeitgeber in Indien versichert bist. Klär das aber auf jeden Fall zur Sicherheit vorher ab! Falls dies nicht der Fall sein sollte, empfiehlt es sich, einen Vertrag bei einem internationalen Krankenversicherer abzuschließen. Klär auch rechtzeitig ab, ob ein Auslandsaufenthalt in Indien für dich gesundheitlich unbedenklich ist und ob du vorher noch eventuell besondere Impfungen oder Impfauffrischungen benötigst.

Weiterhin ist es wichtig, so wie in Deutschland auch, dich über Berufsunfähigkeitsversicherung, Risikolebensversicherung, Rentenversicherung, Lebensversicherung, Unfallversicherung oder Rechtsschutzversicherung zu informieren und gegebenenfalls zu klären, ob sich durch den Umzug etwas ändert.

Brauche ich ein Visum, um in Indien arbeiten zu können?

Um überhaupt in Indien einreisen zu können benötigst du ein gültiges Visum und einen gültigen Reisepass. Diese musst du vorher unbedingt beantragen, denn es kann nicht erst bei der Einreise ausgestellt werden. Du erhältst dein Visum entweder bei einer indischen Auslandsvertretung oder Online als E-Visa.

Dabei wird zwischen verschiedenen Visa-Typen unterschieden:

  • Touristenvisum
  • Studienvisum
  • Forschungsvisum
  • Geschäftsvisum
  • Konferenzvisum
  • Medizinisches Visum

Die Visa-Typen beziehen sich jeweils auf den Grund des Aufenthalts und variieren dabei auch in der erlaubten Aufenthaltsdauer. Damit du in Indien arbeiten darfst, benötigst du ein Geschäftsvisum bzw. Business Visa. Dort wird zwischen zwei Arten unterschieden: das B-Visum (Business Visa) und das E-Visum (Employment Visa).

Beim B-Visum kann es sein, je nach Grund und Dauer der Tätigkeit, dass man höchstens 6 Monate am Stück in Indien bleiben darf.

  • Ausländische Staatsbürger, die nach Indien reisen wollen, um dort Geschäftsbeziehungen zu knüpfen oder mögliche Geschäftsvorhaben in oder in Zusammenarbeit mit Indien abzuklären
  • Ausländische Staatsbürger, die nach Indien reisen wollen, um dort Produkte zu kaufen oder verkaufen
  • Ausländische Staatsbürger, die nach Indien reisen wollen, um dort an Geschäftstreffen teilzunehmen
  • Ausländische Staatsbürger, die nach Indien reisen wollen, um dort Personal zu rekrutieren
  • Ausländische Staatsbürger, die nach Indien reisen, um Geschäftsveranstaltungen zu organisieren/vorzubereiten
  • Ausländische Staatsbürger, die nach Indien reisen, um als Trainees in der Indien-Geschäftsstelle zu arbeiten/ausgebildet zu werden
  • Ausländische Staatsbürger, die nach Indien reisen, um dort als Reiseveranstalter/Tour Guide tätig zu sein

Ein E-Visum benötigst du hingegen für eine Vollzeitarbeitsstelle in Indien. Dieses ist jedoch deutlich schwieriger zu bekommen. Um es zu erhalten, musst du einige bestimmte Kriterien erfüllen, z. B. eine spezialisierte Fachkraft sein und von einer indischen Firma angefragt/gesponsert werden (und diese Arbeit darf nicht auch gleichwertig von einem Inder/einer Inderin ausgeführt werden können, sonst haben diese Vorrang).

  • Ausländische Staatsbürger, die nach Indien reisen, um für eine indische Firma zu arbeiten
  • Ausländische Staatsbürger, Künstler*innen, die engagiert wurden, um beispielsweise für Hotels, Clubs usw. aufzutreten
  • Ausländische Staatsbürger, die nach Indien reisen, um dort als Sporttrainer für z. B. Nationalteams zu arbeiten
  • Ausländische Staatsbürger, die nach Indien reisen, um dort als Selbständiger werbende Dienstleistungen zu erbringen (z. B. Ingenieure, Ärzte, Anwälte usw.)
  • Ausländische Staatsbürger, die nach Indien reisen, um dort als Sprachlehrer/Dolmetscher zu arbeiten

Falls du noch weitere Informationen benötigst, findest du alles Wichtige auf der Seite von Indiens Immigrationsbehörde. Denk unbedingt daran, dass Visum rechtzeitig zu beantragen!

Wie ist die Arbeitsmoral in Indien?

Auch die geschäftlichen Beziehungen werden von Glaube und Hierarchiedenken stark geprägt. In vielen Branchen funktionieren indische Unternehmen meist noch nach ziemlich traditionellen indischen Werten. Selbst heute noch werden weite Bereiche des indischen Geschäftslebens von Patriarchen und Business Familien-Clans beherrscht.

Vor allem die entgegengesetzten Auffassungen von Management und Personalführung zwischen Europa und Indien führen auf lange Sicht oft zum Scheitern eines Gemeinschaftsunternehmens. Vor allem in Joint Ventures spielen auch heute noch tief greifenden kulturellen Unterschiede eine große Rolle.

Die streng hierarchisch geprägte indische Gesellschaft spiegelt sich eins zu eins in den Unternehmensstrukturen und im Arbeitsleben wider. Eine Vielzahl von Management-Ebenen organisiert, verteilt und kontrolliert die Arbeit der ausführenden Einheiten. Dieser enorme personelle Aufwand wirkt für unser Empfinden oft ineffizient und bürokratisch, er ist für die Personalführung und -steuerung in Indien aber mitunter absolut notwendig:

Kulturell bedingt wird hierzulande selbstständiges und eigenverantwortliches Handeln in der breiten Bevölkerung weder in der eigenen Familie noch während der Ausbildung oder Universität besonders gefördert. Meist sind Mitarbeiter tendenziell eher unselbstständig und oft auch unterdurchschnittlich qualifiziert.

Eine ganz normale und grundsätzliche Einstellung ist in indischen Unternehmen Misstrauen gegenüber den Mitarbeitern. In der Regel wird also von Seiten der Führung kein Vertrauen aufgebaut, wodurch selbstständiges Arbeiten in Indien für die Mitarbeiter auch gar nicht möglich wird.

Stattdessen wird ein Unternehmen über Druck, quantitative Vorgaben und mit permanenter Kontrolle geführt. Meist gibt das Management zusätzlich stark überzogene Verkaufsziele aus, wodurch es zum Phänomen des typisch indischen „Hard Selling“ kommt. Hard Selling ist ein aggressives Verkaufen, ohne sich die Zeit zu nehmen um herauszufinden, wer eigentlich der Kunde ist und welche Probleme und Vorstellungen er hat. Das Motto lautet hier: Mehr ist besser!

Da die persönliche Ebene in Indien im Vordergrund steht und Kritik eher als persönlicher Angriff verstanden wird, ist es für Arbeitnehmer schwierig neue Ideen oder kritische Fragen einzubringen.

Wissenswertes zum Umzug in Indien

Indien ist der zweitbevölkerungsreichste Staat der Erde. Die Sprachvielfalt Indiens ist immens, im ganzen Land gibt es mehr als 100 Sprachen. Die überregionalen Amtssprachen sind Hindi und Englisch. Wobei Hindi im Norden und Englisch im Süden des Landes überwiegt. Zu den bedeutendsten Religionen gehört der Hinduismus, dem 80 % der Bevölkerung angehören, gefolgt vom Islam (14 %). Auch gehört das Kastenwesen immer noch fest zur indischen Kultur.

Wohn-, Lebensmittel- und Nebenkosten sind in Indien deutlich geringer als in Deutschland. Wenn du eher weniger Ansprüche hast und nicht darauf bestehst in einer Business- oder Touristengegenden zu wohnen, kommst du im Schnitt mit 25 Dollar am Tag gut aus.

Was solltest du außerdem wissen?

Im Gegensatz zu europäischen Nationen wird in Indien weniger gesprochen und dafür mehr gestikuliert. Dadurch können die eigenen Gesten schnell missverstanden werden, weil man sie als ausländischer Gast nicht richtig einsetzt. Damit keine Missverständnisse entstehen, verzichte deshalb bei Geschäftstreffen am besten auf ausgeprägtes Gestikulieren. Im Gegensatz zu Deutschland ist in Indien der Gebrauch von Höflichkeitsformen wie Bitte, Danke und Entschuldigung eher unüblich.

Wunder dich nicht, wenn du nach Familienstand, Familienangehörigen und Religion gefragt wirst. In der indischen Kultur hat die Familie einen besonders hohen Stellenwert und ist deshalb auch bei Geschäftsessen ein beliebtes Gesprächsthema.(Bildquelle: Pixabay / Free-Photos)

Auch bei Geschäftsessen wird meist über Privates und weniger über geschäftliches gesprochen. In der indischen Kultur hat die Familie einen besonders hohen Stellenwert und ist deshalb auch geschäftlich ein beliebtes Gesprächsthema.

Arbeiten in Indien: Diese Jobs und Arbeitsfelder sind besonders gefragt

Indien zählt zu den international am stärksten expandierenden Volkswirtschaften. Jedoch fehlt es an gut ausgebildetem Personal, vor allem in der IT-Branche sowie dem Wirtschaftssektor. Auch gut ausgebildete ambitionierte Fachkräfte, Techniker und Ingenieure sind stark nachgefragt.

Es gibt eine starke Diskrepanz zwischen den Gesellschaftsschichten, die Meisten sind Arm und arbeiten in der Landwirtschaft. Über Krankenversicherung und Altersvorsorge verfügen sie meist nicht.

In Indien sind Experten aus dem Ausland, vor allem für Führungspositionen, sehr gefragt. Das liegt daran, dass die Ausbildung von Ingenieuren und Informatikern nur durchwachsen ist. Die Besetzung weiterer Stellen mit weiteren ausländischen Fachkräften wird jedoch aufgrund verschiedener Vorschriften erschwert, wodurch nicht einfach weitere Ingenieure und Informatiker aus dem Ausland eingestellt werden können.

Durch das Verlagern, von vor allem US-amerikanische Unternehmen nach Indien, wurde die Entwicklung des Sektors vorangetrieben. Unternehmen verlagern einen Teil ihrer Wertschöpfungskette nach Indien, da es dort gut qualifizierte indische IT-Fachkräfte gibt, welche eine gute englische Sprachkompetenzen aufweisen und deutlich niedrigere Löhne verlangen.

Ingenieure

In den kommenden Jahren werden vor allem die auf erneuerbare Energien spezialisierte Ingenieure gute Chancen haben. Durch die stark wachsende Bevölkerung muss das Land seine Energieproduktion massiv ausbauen. Dabei sollen neben den klassischen Energiequellen auch erneuerbare Energien wie Wasser-, Solar oder Windenergie einen großen Beitrag leisten. Ziel ist es, Kapazitäten für erneuerbarer Energien sowie deren Anteil an der Stromerzeugung zu steigern.

Das Land bietet spannende Business-Kontakte für Ingenieure und Informatiker. Sowohl im Angestelltenverhältnis als auch als Freelancer.

Die mangelhafte Ausbildung ist auf zwei Hauptfaktoren zurückzuführen. In Indien wird oft durch die Eltern bestimmt, welchen beruflichen Weg der Nachwuchs einschlägt, wodurch die Eigenmotivation der Absolventen nicht wirklich hoch ist. Außerdem ist die Ingenieursausbildung oft sehr Theorie lastig, wodurch die Absolventen nach ihrem Abschluss noch nicht praktisch arbeiten können.

Informatiker

Für Indien hat die IT-Branche eine sehr wichtige Bedeutung und gehört zu den führenden Nationen im Bereich der Informationstechnologie. Die IT-Branche schafft Arbeit für ca. 12 Millionen Menschen, bildet 25 % des Gesamtexports ab und erwirtschaftet ca. 7,5 % des Bruttoinlandsproduktes.

Ähnlich wie bei den Ingenieuren ist hier das Ausbildungsniveau eine große Herausforderung. Viele der Absolventen sind noch nicht reif für den Arbeitsmarkt und müssen erst weiter ausgebildet werden, bevor sie von einem Unternehmen eingesetzt werden können.

Im IT-Bereich werden viele qualifizierte Arbeitskräfte gesucht.(Bildquelle: unsplash / Kaitlyn Baker)

Indiens IT-Industrie ist in den vergangenen Jahrzehnten stark gewachsen. Inzwischen sind Hunderte in- und ausländische Unternehmen mit mehr als drei Millionen Mitarbeitern in der Branche tätig. Sie entwickeln Software und stellen Dienstleistungen bereit, wobei die Firmen vor allem durch die niedrigen Lohnkosten profitieren.

Vier Bereiche dominieren die indische IT-Industrie:

  • die Entwicklung kundenspezifischer Software und Software-Dienstleistungen
  • die Auslagerung von Geschäftsprozessen (Business Process Outsourcing, BPO)
  • Forschung und Entwicklung (Research and Development, R&D)
  • Ingenieurdienstleistungen (Engineering Services)

Exporterlöse werden vor allem mit der Anwendungsentwicklung, Softwaretests, dem Management von IT-Infrastrukturen oder der Systemeinbindung und Beratung erzielt. Aber auch durch Call-Center, Buchhaltungsdienstleistungen oder andere Formen von Kundenbetreuung werden Erlöse erzielt. Die sogenannten BPO (Business Process Outsourcing) Firmen arbeiten inzwischen für mehr als 200 multinationale Unternehmen in fast 70 verschiedenen Ländern.

Forschung & Entwicklung

In Indien werden Forschungs- und Entwicklungszentren von mehr als 700 Firmen auf der ganzen Welt betrieben. Indien bietet ein enormes Wachstumspotenzial, was an den über 30 Millionen Studierenden sowie Ausgaben von ca. 68 Milliarden US-Dollar für Forschung und Entwicklung, zu erkennen ist. Außerdem gibt es zahlreiche ausländische Förder- und Mittlerorganisationen welche sich in der Kooperation mit Indien engagieren. Auch Deutschland engagiert sich unter anderem mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Sowohl einheimische als auch zahlreiche multinationale Unternehmen, mit Hauptsitz im Ausland, führen ihre Forschung und Entwicklung in Indien durch.

Indischen Bundesstaaten, welche eine aktive Forschungs- und Innovationspolitik betreiben, liegen vor allem im Süden und Westen von Indien. Dazu zählen Städte wie Bangalore, Delhi, Maharashtra, Andhra Pradesh, Punjab, Haryana, Kerala, Gujarat und Tamil Nadu. Dort werden in Eigenverantwortung verschiedene Forschungsprogramme, vor allem im Bereich Agrar- und Energieforschung, finanziert.

Außeruniversitäre spezialisierte Forschungseinrichtung dominieren den öffentlichen Forschungssektor. Diese unterliegen den Fachministerien wie z. B. Landwirtschaft oder Gesundheit. Hohe Forschungsausgaben entstehen vor allem in den Bereichen Verteidigung, Kernenergie und Raumfahrt.

Techniker

Ebenso sind Techniker in Indien sehr gefragt, die die expandieren Unternehmen mit ihren Fachkenntnissen bereichern. Internationale Konzerne, die sich Indien niedergelassen haben, sind gerne bereit, ausländische Bewerber in ihren Reihen aufzunehmen.

Vorrangig handelt es sich hierbei um Unternehmen, die in der Automobil-, Pharmazie- oder auch Nahrungsmittel-Branche tätig sind.

Lehrkräfte

Es werden Lehrkräfte für Fachhochschulen, Erwachsenenbildung, Fremdsprachenlehrer/in, Volkshochschulen sowie Hochschulen gesucht. Aber auch Übersetzer, Dolmetscherdienste sowie Fachkräfte für Universitäten und Fachakademien werden gesucht. Die indischen Hochschulen sind traditionell auf die Lehre konzentriert und sie belegen in internationalen Ranglisten häufig eher hintere Plätze.

Bedeutende Forschungsleistungen werden hauptsächlich durch Hochschulen mit einem besonderen Status und besonderer Finanzierung erbracht. Dazu gehören das Indian Institute of Sciences (IISc) in Bangalore und das Indian Institutes of Technology (IITs). Diese erhalten von 2018 bis 2023 als „Institutions of Eminence“ eine besondere Förderung.

Es gibt auch noch andere Bereiche, in denen gut ausgebildetes Personal gesucht wird, dazu gehören:

  • Tourismus: Fremdenführer, Reservierungsdienstleistungen, Reisekonzepte,
  • Journalismus: Nachrichtenbüros, Public-Relations-Beratung, Fernsehen, Rundfunkveranstalter, Auslandsredaktion, Journalistinnen, Journalisten, Pressefotografinnen, Pressefotografen.

Fazit

Wie du siehst, unterscheidet sich das Leben und Arbeiten in Indien deutlich von dem in Deutschland. Dies liegt vor allem an den kulturellen und traditionellen Unterschieden der beiden Länder. Auf jeden Fall bringt die Entscheidung, nach Indien zu ziehen, große Veränderungen für dich mit. Diese Entscheidung wird dich in deiner persönlichen und beruflichen Entwicklung stark verändern und prägen.

Wir hoffen dir mit diesem Beitrag bei deiner Entscheidungsfindung und Vorbereitung auf dieses Abenteuer helfen zu können und wünschen dir eine unvergessliche Zeit! Unten haben wir dir außerdem weiterführende Quellen aufgelistet, mithilfe der du dich gerne noch weiter informieren kannst.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.auslandsjob.de/jobs-im-ausland/indien/ [2] https://www.karriere.de/mein-naechster-job/karriere-arbeitsmarkt-asien-deutsche-fachkraefte-dringend-gesucht/23040204.html [3] https://www.ingenieur.de/karriere/arbeitsleben/arbeitgeber/arbeiten-in-indien/ [4] https://www.superprof.de/blog/auslandsaufenthalt-indien-arbeit-das-solltest-du-beachten/

Bildquelle: unsplash / Julian Yu

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