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Arbeiten in Südafrika: Alles was du darüber wissen musst

Arbeiten im Ausland

Südafrika gehört zu den beliebtesten Auswanderungsländern der Europäer. So lockt es mit Traumstränden, schöner Natur und viel Sonne. Die Wirtschaft in Südafrika gehört zu den besten in ganz Afrika und ist ein Ort vieler Investitionen.

Südafrika wird aber auch mit vielen Vorurteilen verbunden. Auch wenn es einige Schattenseiten gibt, solltest du Südafrika als deine Arbeitsstätte nicht sofort abschlagen. Um dir näherzubringen, was das Arbeiten in Südafrika ausmacht, was du beachten solltest und als was du Arbeit finden kannst, haben wir dir die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Aufgrund der hohen Arbeitslosenquote werden Einheimische bei der Jobsuche bevorzugt. Arbeit findest du, wenn du hochqualifiziert bist oder der Kategorie der Critical Skills angehörst.
  • In Südafrika verdienst du weniger als in Deutschland. Die Lebenshaltungskosten sind aber ebenfalls geringer, weswegen du von deinem Einkommen leben kannst.
  • Es gibt in Südafrika viel zu sehen und zu erleben, aber dennoch solltest du dir der Umstände, wie der hohen sozialen Ungleichheit, bewusst sein.

Hintergründe: Was du über das Thema Arbeiten in Südafrika wissen solltest

Südafrika wird oft mit Vorurteilen der Armut, Kriminalität und schlecht ausgebauter Infrastruktur begegnet. Zwar herrscht immer noch in vielen Teilen des Landes Armut und es gibt eine hohe Kriminalitätsrate, aber Südafrika beinhaltet auch ein funktionierendes Arbeitssystem, moderne Städte und eine einzigartige Natur.

Wenn du etwas über Südafrika liest, wirst du schnell erfahren, dass Südafrika voller verschiedener Kulturen ist. In Südafrika gibt es 11 Amtssprachen und 3 Hauptstädte. Südafrika wird aufgrund seiner vielen verschiedenen Kulturen auch als Regenbogennation bezeichnet.

Südafrika ist bekannt für seine Natur. Sie reicht von Bergen über Strände bis zur Wüste. Eine bekannte Sehenswürdigkeit ist der Blyde River Canyon (Bildquelle: pexels / Aryn Elliott).

Die Währung in Südafrika ist der Rand. Die Arbeitsweise ist nicht unähnlich zur deutschen Art. So ist das Bewerbungsverfahren fast identisch. Da vor allem Einheimische, wegen der hohen Arbeitslosigkeit, einen Job finden sollen, wurden Arbeitnehmer aus dem Ausland das Arbeiten in Südafrika erschwert.

Du findest nur Arbeit, wenn kein Einheimischer für die Stelle gefunden wurde oder du sehr benötigte berufliche Qualifikationen hast. Die Voraussetzungen für ein Visum und die Anstellung in einem Unternehmen haben sich vergrößert, aber sie sind nicht unmöglich geworden. Im Folgenden werden wir dir genauer sagen, was du brauchst und was du beim Arbeiten in Südafrika beachten solltest.

Was brauche ich, um in Südafrika arbeiten zu können?

Wenn du in Südafrika arbeiten willst, musst du dich auf einigermaßen viel Bürokratie einstellen. Vor allem, wenn es um dein Visum geht, kommen schnell viele Dokumente zusammen. Was du für ein Visum alles brauchst, erklären wir die unten.

Critical Skills bringen dir bei der Arbeitssuche in Südafrika Vorteile.

Wenn du in Südafrika arbeiten willst, wirst du schnell merken, dass es als ausländische Arbeitskraft nicht unbedingt einfach ist, Arbeit zu finden. Dies liegt an der hohen Arbeitslosenquote vor Ort. Arbeit findest du z. B. als Expat. Mehr dazu erzählen wir dir unten.

Du solltest aber, um Arbeit zu finden, am besten zu den Berufsgruppen gehören, die dringend gesucht werden. Diese Gruppe wird auch in der Kategorie der Critical Skills zusammengefasst. Nähreres dazu findest du ebenfalls unten.

Um in Südafrika arbeiten zu können, brauchst du gute Englischkenntnisse. Zwar gibt es auch Leute, die Deutsch verstehen, aber da Englisch zu den Sprachen gehört, die am meisten in Südafrika gesprochen werden, solltest du es gut beherrschen.

Neben Englischkenntnissen bringen gute berufliche Referenzen und Erfahrungen ebenfalls Pluspunkte.

Da bei Visa oft ein Qualifikationsniveau nachgewiesen werden muss und Unternehmen meist nach hochqualifizierten Arbeitskräften suchen, kannst du mit entsprechenden Nachweisen punkten.

Unabhängig von den eignen Fähigkeiten sollten Schutzmaßnahmen gegen einige Krankheiten eingehalten werden. Auf der Seite des Auswärtigen Amtes findest du Informationen, wo es Risikogebiete für gewisse Erkrankungen gibt und wie du dich verhalten solltest. Zu den Krankheiten zählen:

  • Masern
  • Hepatitis A
  • Hepatitis B
  • Tollwut
  • Malaria
  • HIV / Aids
  • Cholera
  • Gelbfieber
  • Schistosomiasis

In einigen Fällen müssen Impfungen nachgewiesen werden. Dies gilt z. B. für das Gelbfieber. Wenn du dich in einen Risikogebiet aufhältst, musst du einen Impfschutz nachweisen.

Dies gilt auch für transitbedingte Aufenthalte über 12 Stunden in einem Risikogebiet für Gelbfieber.

Wenn du mit Tieren arbeitest, kann es zudem sein, dass du dich vorher gegen Tollwut impfen musst.

Zudem musst du dich vor der Abreise privat versichern, weil Kranken –  und Unfallversicherungen nicht ausreichen bzw. nicht existieren. Auch das erklären wir dir unten genauer.

Was ist bei einem Visum für Südafrika zu beachten?

Es gibt unterschiedliche Arten von Visa, die du für das Arbeiten in Südafrika beantragen kannst. Dazu gehören:

  • Intra –  Company Tranfer Work Visa
  • Corporate Worker Certificate
  • Business Visa
  • Critical Skills Work Visa
  • General Work Visa

Wer weniger als 90 Tage für geschäftliche Zwecke oder Urlaubszwecke unterwegs sind, braucht als deutscher Staatsbürger kein Visum. Was für die einzelnen Arten benötigt wird und was du beachten solltest, erklären wir dir im Nachfolgenden näher.

Falls du als Expat einreist, also von deiner Firma nach Südafrika geschickt wirst, kannst du das Intra –  Company Transfer Work Visa beantragen. Dazu benötigst du:

  • Reisepass
  • Kopien des Reisepasses
  • Ausgefüllten Visumsantrag
  • Biometrisches Foto
  • Bestätigung deines Arbeitgebers in Südafrika und zu Hause
  • Versprechen deines Arbeitgebers in Südafrika
  • Transferplan deines Arbeitgebers in Südafrika
  • Arbeitsvertrag
  • Original polizeiliches Führungszeugnis
  • Medizinischer und radiologischer Bericht
  • Impfnachweis gegen Gelbfieber
  • Nachweis der Zahlung der Antragsgebühren

Dein Reisepass sollte 30 Tage nach der Abreise noch gültig sein. Bei dem Visumsantrag muss der Bereich, wo der Fingerabdruck verlangt wird, nicht ausgefüllt werden. Anzugebende Kontaktpersonen sollen sich in Deutschland befinden. Dein biometrisches Foto sollte nicht älter als 6 Monate sein.

Die Bestätigung deiner Arbeitgeber muss deinen Transfer bestätigen, deine Tätigkeit sowie deren Inhalt benennen. Zudem muss dein südafrikanischer Arbeitgeber schriftlich versichern, dass du nur in deiner dir zu gewiesenen Position arbeitest und dich an die Regel nach dem Immigration – Act und den Department of House Affairs hältst. Außerdem versichert er, dass dein Pass durchgehend gültig ist.

Das Visum zu beantragen ist ein wenig aufwendig. Meist bekommst du aber Hilfe von deinen Arbeitgeber und kannst dich zudem an die zuständigen Behörden wenden, wenn du Hilfe brauchst (Bildquelle: Free-Photos / Pixabay).

Dein Arbeitgeber muss des Weiteren einen Plan über den geplanten Transfer vorlegen, der diesen detailliert darstellt und die Identität des Arbeitgebers wiedergibt.

Der geschlossene Arbeitsvertrag darf nicht länger als 6 Monate gültig sein.

Dein medizinischer Bericht muss wiedergeben, dass du gesund bist. In deinem radiologischen Bericht geht es darum zu beweisen, dass du keine Tuberkulose hast.

Wenn du für einen Arbeitgeber arbeitest, der ebenfalls ein Visum benötigt, kannst du das Corporate Worker Certificate beantragen. Die Voraussetzungen sind ähnlich wie die für das erste Visum. Der Unterschied ist, dass du 2 biometrische Fotos brauchst und ein anderes Antragsformular ausfüllst. Zudem müssen deine Qualifikationen sowie deine Registrierung bei dem zuständigen Gremium durch die South African Qualifications Authority (SAQA) bestätigt werden.

Ein Business Visum bekommst du, wenn du in ein schon existierendes Unternehmen investierst oder selbst eins gründest. Du kannst auch in das Unternehmen investieren, bei dem du angestellt bist. Für dieses Visum brauchst du:

  • Reisepass und Kopien davon
  • Ausgefülltes Antragsformular
  • 1 biometrisches Foto
  • Nachweis der Finanzen bzw. Investments
  • Polizeiliches Führungszeugnis
  • Medizinischer und radiologischer Bericht
  • Nachweis der Zahlung der Antragsgebühren

Je nachdem ob du investierst oder gründest, musst du einen Nachweis über deine Finanzen, über die Anzahl der Angestellten, die Registrierung des Unternehmens an öffentlichen Behörden und eine Empfehlung der Industrie – und Handelskammer erbringen.

Da manche Fähigkeiten dringend benötigt werden, bekommen manche Gruppen das sogenannte Critical Skills Work Visa. Was zu den Critical Skills gehört, kannst du unter suedafrika.org einsehen. Ein Critical Skill ist die Voraussetzung für das entsprechende Visum und die Permanent Residence Permit, also die dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung.

Die Voraussetzungen sind ähnlich wie die für das Intra – Company Transfer Work Visa. Nur musst du hierbei noch nicht unbedingt eine Arbeitsstelle haben. Falls du eine hast, musst diese sowie deine Einstufung als Besitzer eines Critical Skills entsprechend belegt werden.

Wer nicht in die Kategorie der Critical Skills fällt, beantragt das General Work Visum. Hierfür brauchst du:

  • Reisepass sowie Kopien
  • Ausgefülltes Antragsformular
  • 1 biometrisches Foto
  • Nachweis deiner nötigen Einstellung durch deinen Arbeitgeber
  • Versprechen deines Arbeitgebers
  • Nachweis der Registrierung bei der CIPC
  • Englischer Qualifikationsnachweis durch SAQA
  • Medizinischer und radiologischer Bericht
  • Polizeiliches Führungszeugnis

Da aufgrund der hohen Arbeitslosenquote einheimische Arbeitskräfte bei der Einstellung bevorzugt werden sollen, muss dein Arbeitgeber nachweisen, dass er keinen Einheimischen für die Stelle finden konnte. Zudem muss er schriftlich zusagen, dass dein Pass durchgehend gültig ist und er die zuständigen Behörden über Veränderungen im Arbeitsvertrag informiert.

Falls vorhanden, muss dein Arbeitgeber nachweisen, bei der Commission on Intellectual Property and Companies (CIPC) registriert zu sein.

Neben den verschiedenen Arten gibt, kannst du dich auch über die Preise und Bearbeitungszeiten informieren. In der nachfolgenden Tabelle haben wir dir die Antragskosten zusammengestellt.

  • Arbeitsvisa: 118 Euro
  • Sonstige Visa: 33 Euro

Zu den Arbeitsvisa gehören Visa für Critical Skills, Expaten und Visa für das eigene Unternehmen Sonstige Visa betrifft Visa für medizinische Untersuchungen, Verwandte, Rentner und Austauschstudierende.

Nachfolgend kommt eine kurze Übersicht über die Bearbeitungszeiten.

  • Temporary Residence Visa: Bearbeitungszeit bis zu 8 Wochen
  • Permanent Residence Permit: Bearbeitungszeit 12 bis 18 Monate

Temporary Residence Visa beziehen sich auf die Visa auf der vorherigen Tabelle, also die Arbeitsvisa und mehr. Um dauerhaft in Südafrika zu bleiben, brauchst du die Permanent Residence Permit. Da diese lange bearbeitet werden kann, solltest du den Antrag frühzeitig einreichen. Die Bestätigung der dauerhaften Aufenthaltserlaubnis dauert bis zu 6 Monate.

Die Permanent Residence Permit gilt ab einem Aufenthalt über 9 Monate und braucht Nachweise über die beruflichen und sprachlichen Qualifikationen.

Falls du die Aufenthaltsdauer deines Visums überschreitest, wirst du zur unerwünschten Person erklärt und kannst für 1 bis 5 Jahre eine Einreisesperre bekommen. Der Status wird nicht aufgehoben.

Es gibt viele Arten von Visa und entsprechend viel Papierkram, aber die meisten Arbeitgeber helfen dir mit deinem Visum. Bei Fragen kannst du dich an die südafrikanische Botschaft in Berlin oder an das südafrikanische Generalkonsulat in München wenden.

Welche Arbeitsformen gibt es in Südafrika?

Afrika ist nicht nur ein Arbeitsort für Expaten, auch viele Abiturienten oder Leute in einem Gap – Year können in Südafrika Arbeit finden. Zu den möglichen Arbeitsarten in Südafrika zählen:

  • Freiwilligenarbeit
  • Au – Pair
  • Work and Travel
  • Expat
  • Praktikum
  • Eigenständig oder Angestelltenverhältnis

Wer nach dem Abitur reisen will oder ein Gap –  Year einlegt, kann meist in der Freiwilligenarbeit fündig werden. Freiwilligenarbeit ist unbezahlt, allerdings bekommst du meist Verpflegung und Unterkunft gestellt. Zudem kannst du in vielen Bereichen arbeiten. Du kannst im sozialen Bereich arbeiten und z. B. Englisch unterrichten oder Häuser bauen. Du kannst aber auch für den Natur – und Tierschutz tätig werden.

Wenn du in der Freiwilligenarbeit tätig bist, kommst du nicht nur in die Städte, sondern auch in die Umgebung. Oft kannst du Englisch unterrichten oder beim Bau von Schulen helfen (Bildquelle: Juanita Swart / Unsplash).

Wer Kinder mag, kann sich als Au – Pair versuchen. Au – Pairs passen auf die Kinder auf und helfen im Haushalt aus. Wer als Au – Pair arbeiten will, braucht meist Erfahrungen und Referenzen. Auch Englisch sollte ausreichend beherrscht werden.

Für Au – Pairs ist die Altersgrenze meist 26 Jahre. Zudem kann es sein, dass Frauen bevorzugt werden. Als Au – Pair kannst du länger in Südafrika bleiben als mit anderen Formen. Die Aufenthaltsdauer kann 1 Jahr betragen.

Work and Travel eignet sich gut nach dem Abitur oder zwischen den Bachelor – und Masterstudium.

Beim Work and Travel arbeitest du und kannst dabei durch das Land reisen. Für diese Form musst du volljährig sein und solltest beachten, dass es nicht ganz ungefährlich sein kann. Außerdem kann es auch teuer werden. Du arbeitest zwar, aber musst dir eigenständig eine Unterkunft und deine Verpflegung beschaffen. Beim Work and Travel kannst du zumeist beim Weinanbau oder auf einer Farm Arbeit finden.

Wer fest im Berufsleben ist, eignet sich dafür als Expat in Südafrika zu arbeiten. Expaten sind Arbeitskräfte, die von ihren Unternehmen in ein anderes Land geschickt werden. Als Expat hast du einen festen Arbeitsplatz und bekommst bei Visum meist Hilfe von deinem Arbeitgeber. Zudem kannst du internationale Erfahrungen sammeln.

Praktika zählen ebenfalls zu einer möglichen Arbeitsform. Allerdings eignet sich diese nicht für einen Aufenthalt über 90 Tage. Zwar kannst du dich als deutscher Staatsbürger 90 Tage visumfrei in Südafrika aufhalten, allerdings solltest du mit deinem Arbeitgeber absprechen, ob ein Praktikum sich in dieser Zeit durchführen lässt.

Denn für Praktika werden nach der südafrikanischen Botschaft keine Visa ausgestellt.

Eine Ausnahme besteht für ein Praktikum bei an der Deutschen Botschaft in Pretoria. Praktika sind unbezahlt und können viel kosten. Unterkunft bekommst du aber meist gestellt und du kannst internationale Berufserfahrungen sammeln. Praktika gibt es vor allem bei Organisationen.

Neben diesen Formen kannst du auch bei einer südafrikanischen Firma arbeiten oder mit genügend Geld und einem Visum deine eigene Firma gründen und dort selbstständig arbeiten.

Wie finde ich in Südafrika einen Job?

Als deutscher Staatsbürger genießt du im Ausland meist einen guten Ruf. Nichtsdestotrotz kann es schwer sein, Arbeit zu finden, da die Stellen bevorzugt mit Einheimischen besetzt werden.

Wer einen Job finden möchte, hat gute Chancen, wenn er zur Critical Skills Kategorie gehört. Diese Berufsgruppen werden stark nachgefragt. Eine entsprechende Liste mit den gesuchten Berufsgruppen findest du online. Zurzeit gehören zu den Besitzern von Critical Skills:

  • Agrarwissenschaftler
  • Ingenieure
  • IT – Spezialisten
  • Akademiker für verschiedene Bereich

Es lohnt sich schon vor der Einreise einen Job zu haben. Du kannst dich mit Critical Skills und guten Englischkenntnissen direkt bei südafrikanischen Firmen bewerben. Stellenangebote findest du auch Jobseiten wie:

  • auslandsjob.de
  • bestjobs.co.za
  • jobs.co.za
  • suedafrika.ahk.de

Es gibt auch Firmen, die nach deutschen Muttersprachlern suchen. Bei diesen kannst du dich ebenfalls bewerben. Dazu gehören z. B. :

  • Lufthansa
  • VW
  • Amazon

Selbst bei deutschsprachigen Angeboten sollten Englischkenntnisse trotzdem nicht außer Acht gelassen werden. Diese können trotzdem verlangt werden und sind im Alltag eine große Hilfe.

Wie sieht eine südafrikanische Bewerbung aus?

Eine Bewerbung in Südafrika unterscheidet sich nur sehr wenig von einer in Deutschland. Eine südafrikanische Bewerbung ist meist etwas kürzer. Hervorgehoben werden sollten vor allem die Erfahrungen, Referenzen und Qualifikationen.

Die Bewerbung sollte auf Englisch verfasst werden. Nachweise und Zeugnisse sollten ebenfalls auf Englisch sein.

Du solltest deiner Bewerbung ein Bewerbungsfoto hinzufügen und deine Referenzen ehrlich angeben, da diese überprüft werden.

Das Vorstellungsgespräch ist ähnlich zur deutschen Variante. Du solltest dich professionell kleiden und nicht herablassend gegenüber südafrikanischen Arbeitnehmern sein. Manche Unternehmen führen Bewerbungsgespräche auch über Skype. Somit musst du für das Gespräch nicht nach Südafrika reisen.

Wie viel verdient man in Südafrika?

In Südafrika wirst du weniger verdienen als in Deutschland. Am besten verdienst du in Johannesburg. In Kapstadt besteht ein Missverhältnis zwischen niedrigen Einkommen und hohen Lebenshaltungskosten.

Den Mindestlohn beträgt 20 Rand, ca. 1,03 Euro, pro Stunde. Das Gehalt ändert sich je nach Beruf. Wenn du als Critical Skill Besitzer in Südafrika arbeitest, wirst du mehr verdienen als in anderen Positionen. Es kann auch zwischen den Ethnien Unterschiede geben. Das Durchschnittsgehalt für Europäer liegt bei ca. 10.000 Rand, umgerechnet 515,25 Euro.

Der Lohn liegt unter den im Europa, aber auch die Lebenshaltungskosten sind günstiger. In der Regel kannst du von deinem Gehalt in Südafrika leben.

Welche Steuern und Versicherungen muss ich in Südafrika zahlen?

Südafrikas Steuersystem funktioniert nach dem Residenzprinzip. Jeder Einwohner, der arbeitet, ist steuerpflichtig. Als ausländische Arbeitskraft bezahlst du ebenfalls Steuern auf das in Südafrika erworbene Einkommen. Da Südafrika und Deutschland in einem Doppelbesteuerungsabkommen stehen, wirst du nur einmal, statt zweimal, steuerpflichtig.

Nach 91 Tagen variieren die Steuerabgaben danach, ob du ansässig in Südafrika bist oder nicht. Bei ansässigen Personen, die über 91 Tage im Land sind, wird das ganze Einkommen versteuert. Bei nicht –  ansässigen Personen nur das in Südafrika erworbene Einkommen. Die Steuer wird monatlich vom Gehalt abgezogen.

Wenn du bei deinen Steuern Hilfe brauchst oder Fragen hast, kannst du dich an die afrikanische Steuerbehörde SARS wenden.

Wenn du länger als 183 Tage im Land bist, bezahlst du die Einkommenssteuer. Sobald du ein Einwohner Südafrika wirst, wird nicht nur das südafrikanische, sondern dein ganzes Einkommen weltweit versteuert. Du zahlst diese Steuer bis zum 65. Lebensjahr.

Das Versicherungssystem in Südafrika ist ein wenig anders geregelt als in Deutschland. Nicht jede Versicherung ist selbstverständlich bzw. deckt nicht jede Versicherung im Extremfall ab. Privat versichern solltest du dich daher in Bezug auf die:

  • Krankenversicherung
  • Unfallversicherung
  • Arbeitslosenversicherung
  • Rentenversicherung

Die ärztliche Versorgung ist für jeden kostenlos. Allerdings kannst du nicht mit dem europäischen Standard rechnen und musst unter Umständen lange warten. Wenn du auf der sicheren Seite sein willst, solltest du dir eine private Krankenversicherung zu legen.

Eine Krankenversicherung solltest du unabhängig von deiner Aufenthaltsdauer abschließen. Wenn du länger bleiben willst, lohnt es sich eine Krankenversicherung bei einer südafrikanischen oder internationalen Firma zu tätigen. Deutsche Firmen bieten meist nur Versicherungen mit Zeitlimit an. In den meisten Fällen gibt der Arbeitgeber etwas dazu.

Du solltest dich vor deiner Abreise frühzeitig und gründlich privat absichern. (Bildquelle: pexels / Arthur Brognoli)

Da es sein kann, dass es keine Unfallversicherung gibt, solltest du dich dort auf jeden Fall absichern. Die Arbeitslosenversicherung wird von Arbeitgeber mitgetragen. Da der Beitrag aber nur 1 Prozent beträgt, wird es schwer sein beim Arbeitsverlust über die Runden zu kommen. Daher solltest du dich auch dort privat absichern.

Ob dein Arbeitgeber etwas zu deiner Rente beiträgt, hängt von der Unternehmensgröße ab. Je größer das Unternehmen ist, desto wahrscheinlicher ist es. Falls du dein Job einmal verlieren solltest, wird dir das Geld ausgezahlt. Allerdings gibt es keine staatliche Rentenversicherung.

Falls du als Rentner wieder nach Deutschland möchtest, lohnt es sich mit einer großen Versicherungsfirma zusammenzutun, da du bei deiner Rückkehr das Geld ausgezahlt bekommen kannst. Du kannst auch gleichzeitig weiter in die deutsche Rentenversicherung rein zahlen.

Wie ist die Arbeitsmoral in Südafrika?

Die südafrikanische Arbeitsmoral hat den Ruf faul zu sein. Es wird eine fehlende Produktivität und zu viele Fehlzeiten bemängelt. Sonst gibt es keine großen Unterschiede zur deutschen Arbeitsmoral. Die Südafrikaner gelten als sehr offen und hilfsbereit.

In Sachen Pünktlichkeit kann es passieren, dass deine Kollegen sich verspäten. Pünktlich wird nicht so genau genommen. Allerdings zählt das für die Freizeit. Geschäftliche Termine werden im Regelfall pünktlich absolviert.

Braaien sind ein guter Ort, um Kontakte zu knüpfen.

Um ein Netzwerk zu bilden oder jemanden willkommen zu heißen, werden Braaien, sogenannte Grillabende, veranstaltet. Eine Einladung dazu solltest du nicht ablehnen, da es zum sozialen Standard gehört. Braaien eignen sich dazu, deine Kollegen in der Freizeit näher kennenzulernen.

Wegen Platzmangel kann es sein, dass Meetings oder andere Termine in Hotels oder zu Hause wahrgenommen werden.

Wissenswertes zum Umzug nach Südafrika

In Südafrika gibt es großen Mix an verschiedenen Kulturen, wodurch du viele Menschen anderer Kulturen kennenlernen kannst. Allerdings hat die Kulturvielfalt auch negative Seiten, da es oft zu Konflikten zwischen den Ethnien kommt.

In Südafrika wohnt die arme Bevölkerung, in den sogenannten Townships, direkt neben der reichen Bevölkerung. Die soziale Ungleichheit ist hoch. Aufgrund der hohen Kriminalitätsraten sollten manche Orte gemieden werden.

Wohnungen solltest du dir im Voraus gründlich angucken. Es herrscht viel Wohnungsmangel. Es gibt zudem auch Orte, wo die Kriminalitätsraten sehr groß sind, weswegen du diese eher vermeiden solltest. Bei der Wohnungssuche kannst du meist deinen Arbeitgeber oder dortige Kollegen um Hilfe bitten.

Wegen der hohen Kriminalitätsrate gibt es sogenannte Compounds. Das sind überbewachte und eingezäumte Gebiete mit eigener Infrastruktur. Dort gibt es eigene Geschäfte, Schulen und Kirchen (Bildquelle: Niklas Eichler / Pexels).

Es gibt am Fuße des Tafelbergs in Kapstadt das sogenannte Sauerkrauthill, wo viele Deutsche leben. Dort wird ebenfalls Deutsch gesprochen und es gibt Kindergärten und Schulen nach deutschem Vorbild.

Das Leben in Südafrika muss nicht ungefährlich sein. Nichtsdestotrotz kann es friedlich sein. Südafrika ist ein Ort vieler Sehenswürdigkeiten. Dort hast du die Möglichkeit eine ganz andere Welt der Fauna und Flora kennenzulernen. Die Natur Südafrikas reicht vom Tafelberg über den Blyde River Canyon zur Safari Landschaften und blauen Stränden. Zudem sind die Südafrikaner bekannt für ihre freundliche und offene Art.

Die Jahreszeiten sind denen in Europa entgegengesetzt, da Südafrika auf der südlichen Halbkugel liegt. Das Klima in Südafrika ist trocken bis subtropisch feucht. Es gibt viel Sonne, was aber auch zu Wald – und Buschbränden führen kann. Es gibt auch viel Regen, was wiederum zu Überschwemmungen führen kann.

Du solltest keinen westlichen Lebensstandard in Südafrika erwarten.

Die Infrastruktur ist vielerorts nicht ganz ausgebaut oder vorhanden. Das Trinkwasser zählt im internationalen Vergleich zu den saubersten weltweit. Da aber Wassermangel besteht, wird die Wassernutzung eingeschränkt. Meist gibt es einen gewissen Zeitrahmen, in dem du Wasser benutzen. An diesen Zeitrahmen solltest du dich halten.

Auch im Verkehr gibt es Verschiedenheiten. In Südafrika herrscht Linksverkehr. An Kreuzungen mit 4 Wegen gilt nicht rechts vor links, sondern wer als Erstes da ist, fährt auch zuerst.

Das Leben in Südafrika wird etwas anders sein als in Deutschland, was aber nicht bedeutet, dass es schlechter sein wird. Ein Leben dort kann sich lohnen. Bevor du umziehst, solltest du dich beim deutschen Einwohnermeldeamt abmelden und in Südafrika deinen Führerschein umschreiben lassen.

Du solltest dir auch ein Bankkonto eröffnen, wofür du deine Wohnadresse, Reisepass und deine Aufenthaltsgenehmigung brauchst.

Arbeiten in Südafrika: Diese Jobs und Arbeitsfelder sind besonders gefragt

Wenn du in Südafrika arbeiten willst, findest du am besten mit einer guten Ausbildung und einem Critical Skill einen Arbeitsplatz. Damit du dir vorstellen kannst, als was du in Südafrika Arbeit finden kannst, haben wir dir die gefragten Arbeitsfelder und Jobs herausgesucht.

Gesundheitsbereich

Der Gesundheitsbereich ist in Südafrika noch nicht vollständig ausgebaut. Zwar ist die ärztliche Grundversorgung kostenlos, aber es herrscht Fachkraftmangel. Außerdem sind nicht alle Krankenhäuser vollständig ausgerüstet. Im Gesundheitsbereich findest du vor allem über Hilfsorganisationen Stellen. Diese sind meist kurzfristig ausgelegt, können sich aber in eine dauerhafte Beschäftigung umwandeln.

Gesucht werden in diesen Bereich Ärzte, Hebammen und medizinische Hilfskräfte. Im Gesundheitsbereich kannst du auch außerhalb der Großstädte Arbeit finden.

Tourismus

Der Tourismussektor ist in Südafrika stark Saison geprägt, gehört aber zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen, was vor allem der Natur und dem Klima Südafrikas zu verdanken ist. Es werden beständig neue Hotels und Safari –  Camps gebaut.

Gesucht werden in diesem Bereich erfahrene Manager, Köche oder Kellner. Auch als Hilfskraft für eine Saison kannst du Arbeit finden.

Tier – und Naturschutz

Der Tier – und Naturschutz stützt sich vor allem auf Freiwilligenarbeit. So gibt es viele Stellen in den Nationalparks, wie dem Kürger – Nationalpark. Neben Freiwilligen können auch Tierärzte ihr Glück versuchen. Da in Südafrika viele bedrohte Tierarten leben, wird der Natur – und Tierschutz von vielen Organisationen unterstützt.

Der Krüger – Nationalpark gehört zu den bekannten Sehenswürdigkeiten Südafrikas und bietet Stellen im Tier – und Naturschutz. Du dort unter Anderem kannst als Tierschützer arbeiten oder Safaris leiten (Bildquelle: Jasmine Sathiagnanan /Unsplash).

Für die Arbeit in diesem Bereich wird eine Impfung gegen Tollwut empfohlen und je nach Gebiet auch gegen Malaria. Impfnachweise werden meist verlangt. Aufgrund der Regentage kann es in manchen Gebieten auch zu Überschwemmungen kommen. Du solltest daher die notwendigen Maßnahmen beachten.

Finanzwesen

Das Finanzwesen Südafrikas ist sehr entwickelt. Der Finanzsektor trägt am meisten zum südafrikanischen BIP bei. Besonders ausgeprägt ist der Sektor in den Städten wie Kapstadt oder Johannesburg.

Auch im Finanzsektor besteht Bedarf an ausgebildeten Fachkräften. Dort findest du Stellen bei Banken, Versicherungen oder der Johannesburger Börse.

Bildungswesen

Das Bildungswesen hat noch viele offene Baustellen. Es bestehen große Unterschiede zwischen der Bildung für die reiche und die arme Bevölkerung. Im Bildungswesen gibt es viele Angebote für Freiwilligenarbeit. So kannst du dort Kinder Englisch beibringen.

Aber auch Akademiker verschiedenster Bereiche sind stark gefragt und gehören zu der Kategorie der Critical Skills. Qualifizierte Lehrkräfte werden in den Ausbildungsstätten der Städte, wie Durban oder Johannesburg, gesucht.

Ingenieure

Ingenieure zählen zurzeit zu den Besitzern von Critical Skills und können das entsprechende Visum sowie eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung beantragen. Da Critical Skills für die Bereiche stehen, die dringend in Südafrika benötigt werden, hast du gute Chance dort als Ingenieur Arbeit zu finden.

Gesucht werden Ingenieure in vielen Bereichen, wie Energiewirtschaft, Chemie, Industrie, Geologie, Schiffbau, Mechatronik und viel mehr. Es gibt zudem viele Angebote in Wirtschaftsbereichen, die noch ausgebaut werden oder in die stark investiert wird.

Fazit

Am leichtesten findest du Arbeit, wenn du zu der Kategorie der Critical Skills gehörst. Du solltest bei deiner Jobsuche beachten, dass Südafrikaner einen Vorzug bekommen. Wenn du einen Job in Südafrika findest, solltest du dich auf eine geringeres Einkommen und vorerst viel Papierkram für das Visum einstellen.

Wenn du nach Südafrika ziehst, solltest du dich der Zustände dort bewusst sein. Zwar gibt es in Südafrika viel zu sehen, aber genauso gibt es noch viel Ungleichheit und Konfliktpotential. Dennoch kann dein Leben dort friedlich verlaufen und dir viele neue Erfahrungen bringen.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.suedafrika.org [2] https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/suedafrika-node/suedafrikasicherheit /208400#content_5 [3] https://www.nau.ch/politik/international/sudafrika-hat-zum-jahreswechsel-einen-mindestlohn-eingefuhrt-65468747 [4] https://www.sars.gov.za/Pages/default.aspx [5] https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/suedafrika-node/wirtschaft/208402 [6] https://www.bpb.de/internationales/weltweit/innerstaatliche-konflikte/54809/suedafrika

Bildquelle: unsplash / Matthias Mullie

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