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Double-Opt-in

Mit der wachsenden Bedeutung von digitaler Technik und digitalen Medien, steigt auch das Interesse an der Datengenerierung, dessen Verarbeitung und Nutzen. Das Internet galt hierbei lange als rechtsfreier raum. Durch neue Vorschriften und Gesetze sollen Verbraucherdaten heute geschützt werden.

Ein Verfahren zum Schutz der Verbraucher ist dabei das Double-Opt-in 2021. Dieses verspricht eine möglichst gute Umsetzung der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und ist besonders im Online-Marketing auf dem Vormarsch. Was genau du unter dem Verfahren verstehst, wie es funktioniert, was du beachten musst und welche Vor- und Nachteile es mit sich bringt erfährst du hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Double-Opt-in ist eines der neueren Verfahren zum Schutz von Verbraucherdaten und vor unzumutbarer Belästigung durch Werbung.
  • Besonders geläufig ist das Double-Opt-in im Bereich Online-Marketing und der Datenverarbeitung. Aber auch im Omnichannel-Marketing findet es Verwendung.
  • Das Double-Opt-in Verfahren bietet nicht nur Vorteile für den Verbraucher, auch Werbetreibende können von diesem Verfahren profitieren.

Glossareintrag: Der Begriff Double-Opt-in im Detail erklärt

Um dir das Verfahren des Double-Opt-In näherzubringen, haben wir für dich alle wichtigen Informationen und die häufigsten Fragen zu diesem Thema zusammengesucht und in diesem Artikel beantwortet. Damit bist du gut informiert und über eine der neueren Online-Marketingstrategien aufgeklärt.

Was versteht man unter Double-Opt-in?

Das Double-Opt-in Verfahren spielt eine besondere Rolle beim Sammeln von personenbezogenen Daten und deren Verarbeitung. Es ist mittlerweile als Verfahren im Online-Marketing fest verankert und wird besonders für Online-Shops, Social Media und Inboundmarketing eingesetzt.

Bei dem Double-Opt-in Verfahren geht es darum die Einverständnis von Nutzern zur Datenweiterverarbeitung einzuholen. Im Gegensatz zu verwandten Verfahren erfolgt dies hier über einen zweistufigen Prozess (Double).

  1. Eintrag in Mailing Liste oder bestätigen des Interesses in Mailverteiler aufgenommen zu werden, meist per Anmeldeformular auf Website (z.B. durch Ankreuzkästchen)
  2. Nutzer erhält so genannte “DOI-Mail”/ “Check-Mail” in welcher ein Link enthalten ist mit dem er dem Mail-Abo erneut zustimmen muss

Die Besonderheit dieses Verfahrens ist, dass die Registrierung zum Abo erst dann Wirksam wird, wenn sie erneut über die Mail bestätigt wird. Ignoriert der Nutzer die Bestätigungsmail verfällt die Anfrage. Der Nutzer ist somit geschützt vor einem unfreiwilligen Informationsabonnement.

Opt-in steht dabei für die aktive Handlung die der Nutzer ausüben muss um zum Beispiel ein Mail-Abo zu bestätigen. Er muss den Haken im Kästchen selbst setzten.

Durch durch das Verfahren der doppelten Einverständniserklärung, verspricht das Double-Opt-in besonders verbraucherfreundlich zu sein.
(Bildquelle: Geralt / Pixabay)

Das Pendant dazu ist das Opt-out Verfahren. Hier wäre der Haken von vornherein gesetzt und der Nutzer müsste ihn selbst entfernen, sofern er kein Mail-Abo wünscht. Beim Opt-out besteht deshalb eine höhere Wahrscheinlichkeit den Haken zu übersehen und ungewollt einem Mail-Abo zuzustimmen.

Das Double-Opt-in Verfahren gilt insofern als besonders sicher, als dass der zweite Schritt nur von dem Inhaber des Postfachs durchgeführt werden kann und ist damit die einzige Möglichkeit eine Zustimmung rechtssicher nachzuweisen.

Welche Funktion hat das Double-Opt-in Verfahren?

Das Double-Opt-in Verfahren gilt grundsätzlich zum Schutz des Verbrauchers vor Spam und unfreiwilligen Abonnements.

Aber auch für den Werbetreibenden hat es sich als äußerst nützlich erweisen. Denn kommerzielle E-Mail Versender können dadurch auf der sicheren Seite sein, dass der E-Mail Verkehr gewollt ist. Der Versand unaufgeforderter kommerzieller Mails ist laut DSGVO nämlich nicht erlaubt.

Wie unterscheidet sich das Double-Opt-in von dem Single-Opt-in Verfahren?

Beim Single-Opt-in Verfahren gibt der Nutzer lediglich einmal bei der Anmeldung auf einer Website oder über einen anderen Anmeldebescheid an, dass er mit dem Erhalt von Newsletter, E-Mails oder Informationen einverstanden ist. Beim Double-Opt-in Verfahren, muss der Nutzer nach seiner Einverständnisgabe in einer weiteren Mail nochmal aktiv auf einen Link klicken um die Angabe zu bestätigen.

Im Gegensatz zum Single-Opt-in, schützt das Double-Opt-in Verfahren somit vor der missbräuchlichen Nutzung Dritter und damit vor ungewollten Informationsabonnements.

Wann verwende ich das Double-Opt-in Verfahren?

Vorzugsweise wird das Double-Opt-in Verfahrenen bei Adressgenerierung, sowie im E-mail- und Omnichannel-Marketing eingesetzt.

Anwendung findet es deshalb speziell bei:

  • Registrierungen
  • Kontaktformularen
  • Newsletter-Anmeldungen
  • Gewinnspielen
  • Telefonwerbung
  • SMS
  • Downloads
  • Social Media
  • Werbung
  • Online Shops
  • Online Marketing
  • Kundenkonten

Ist ein Double-Opt-in Verfahren notwendig?

Das Double-Opt-in Verfahren ist Teil des Permission-Marketings und sorgt damit für den Aufbau von Vertrauen. In Betracht auf den Datenschutz erweist es sich außerdem durch einen besseren Ruf als vergleichbare Verfahren.

Notwendig ist das Double-Opt-in Verfahren an sich nicht. Es zeugt jedoch von der Seriosität des Angebots und schützt Werbetreibenden vor möglichen rechtlichen Konsequenzen (z.B durch den Mail-Adresse-Missbrauch Dritter).

Beim Single-Opt-in Verfahren kann ein Dritter die Mail-Adresse eines Bekannten missbräuchlich nutzen um diesen zu belästigen. Der Beworbene ist in dem Fall nicht an das Opt-in gebunden. Die zusätzliche Täuschung des Werbenden ist dabei irrelevant.

Ist ein Double-Opt-in Verfahren pflicht?

An sich ist das Double-Opt-in Verfahren nicht rechtlich vorgeschrieben. In Deutschland hat es sich jedoch im professionellen Online-Marketing durchgesetzt, da es als besonders seriös gilt.

Zudem wird es auch vom Deutschen Dialogmarketing Verband (DDV) empfohlen. (1) Durch die europaweite Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) aus dem Jahr 2018 (2) , ist der Druck auf Werbetreibende gestiegen und das Opt-in Verfahren zu Regel geworden. Um sich rechtlich bestmöglich abzusichern ist Double-Opt-in dabei jedoch am besten geeignet.

Welche rechtlichen Rahmenbedingungen sollte ich beim Double-Opt in beachten?

In Deutschland sind Werbemaßnahmen nur nach erklärter oder mutmaßlicher Einwilligung zulässig. Der § 7 Abs. 2 des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) besagt, dass Werbung per E-Mail oder Telefon, ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung, zu erhalten eine unzumutbare Belästigung auf den Verbraucher ausübt.(3)

Double-Opt-in Verfahren gilt zwar als empfehlenswert um negative rechtliche Konsequenzen vorzubeugen, bietet jedoch auch keine umfassende Rechtssicherheit.

Auch hier müssen einige zusätzliche Regeln befolgt werden, die beim Aufbau der Bestätigungsmail beachtet werden sollten, um nicht gegen Gesetz von Unlauteren Wettbewerb zu verstoßen und Abmahnung zu vermeiden.

Denn vereinzelt haben Gerichte auch Bestätigungsmails des Double-Opt-in Verfahrens als Spam eingeordnet. Um diesem vorzubeugen sollte darauf geachtet werden, dass:

  • Empfängern bereits bei der Anmeldung Möglichkeit geboten wird, dem Newsletter-Tracking zu widersprechen.
  • keine Werbung und Angebote in der Bestätigungsmail enthalten sind.
  • die E-Mail nur zur Bestätigung des Empfangs vom Newsletter dient.
  • nur Standardangaben verwendet und Empfänger darauf hingewiesen werden, welche Daten erhoben wurden und warum.
  • die Einwilligungserklärung, die in der Newsletter-Anmeldung des Werbetreibenden angezeigt wird, noch einmal in der Checkmail wiederholt wird.
  • die erste Eintragung protokolliert wird (Timestamp, IP-Adresse des Empfängers, Inhalt der Bestätigungsmail, der Anmeldeseite sowie der Datenschutzerklärung ).

Welche Vor- und Nachteile gibt es beim Double-Opt-in?

In diesem Artikel hast du schon einige Funktionen und möglicherweise auch negative Seiten vom Double-Opt-in kennenlernen können. Hier haben wir dir noch einmal alle Vor- und Nachteile des Verfahrens zusammengefasst.

Vorteile:

  • Rechtssicherheit für Mail sendende
  • Seriosität und Proffessionalität
  • Vermeiden von Missbrauch im Namen Dritter und Spam-Anmeldungen
  • Vermeiden von unfreiwilligen Abonnements
  • Chance, dass Newsletter gelesen wird steigt

Nachteile:

  • Höhere Ablehnrate
  • Mail gerät in Vergessenheit/ landet im Spam
  • großer administrativer und technischer Aufwand
  • keine eindeutig rechtssichere Lösung

Geht Double-Opt-in auch offline?

Prinzipiell kann das Double-Opt-in Verfahren auch offline verwendet werden. Geläufig sind hier zum Beispiel der schriftliche Weg der Bestätigung auf dem Postweg, telefonisch oder per Banküberweisung.

Von einer Generaleinwilligung für Werbung über verschiedene Medien ist abzuraten, um Konflikte bei einer Abmahnung zu vermeiden. Für jedes der Werbemedien sollte im Idealfall eine eigene Einwilligung über ein Double-Opt-in eingeholt werden. (6)

Welche Alternativen gibt es zum Double-Opt-in?

  • Single-Opt-in: beim Anmeldeformular muss ein Häkchen gesetzt werden.
  • Soft-Opt-in: zusätzliche zum Häkchen, gibt es einen Vermerk zur Weitergabe der Daten.
  • Confirmed Opt-in: hier gibt es zwar auch eine Bestätigungsmail, jedoch muss der Verbraucher das Abonnement nicht erneut per Link bestätigen. Die Mail dient lediglich dazu darüber zu informieren, dass er dem Abonnement zugestimmt hat. Um diese Entscheidung zurückzunehmen, muss der Verbraucher jedoch im nachhinein aktiv widersprechen.
  • Opt-out: Häkchen zur Einverständniserklärung der Datenverarbeitung ist bereits gesetzt, um zu widersprechen muss es aktiv entfernt werden

Fazit

Das Double-Opt-in Verfahren scheint sowohl für Verbraucher als auch Werbetreibende ein guter Kompromiss zu sein. Voraussetzung hierfür ist jedoch die Einhaltung einiger Regeln.

Das besondere Alleinstellungsmerkmal, welches das Double-Opt-in Verfahren bietet, ist der Schutz vor der missbräuchlichen Datenweitergabe im Namen Dritter. Das Double-Opt-in Verfahren scheint somit als einziges den Nutzer ohne Mehraufwand vor ungewollten Nachrichten zu schützen.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.ddv.de/fileadmin/user_upload/pdf/Verband/Kompetenz-Center/Digitaler_Dialog/Regularien/Ehrenkodex_E-Mail-Marketing.pdf [2] https://www.gesetze-im-internet.de/uwg_2004/__7.html [3] https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/publikationen/die-eu-datenschutz-grundverordnung-727550 [4] https://www.osnabrueck.ihk24.de/recht-und-fair-play/wettbewerb/unzumutbare-belaestigungen/co-telefonwerbung-1086504 [5] https://www.ra-kotz.de/postwurfsendung_werbung_belaestigung.htm [6] https://openjur.de/u/168642.html

Bildquelle: rafzin p / unsplash

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