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Glossar

Exit

Sobald es um Geld geht, können zwischen Menschen oder Unternehmen viele Missverständnisse oder unlösbare Konflikte auftreten. Möchtest du dein Unternehmen oder Start-up verkaufen? Dann solltest du schon von dem Begriff Exit gehört haben. Aber was bedeutet dieser Begriff? Aus welchen Gründen wird der Exit überhaupt durchgeführt? Und welche verschiedenen Arten gibt es?

In unserem Beitrag zum Begriff Exit erhältst du alle wichtigen Informationen rund um den Unternehmensverkauf. Wir erklären dir, aus welchen Gründen es Sinn ergibt sein Unternehmen zu verkaufen und wie der Prozess durchgeführt wird. Außerdem erfährst du, welche verschiedenen Exit Arten es gibt. So bist du für jeden Unternehmensverkauf bestens gerüstet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Exit – der Ausstieg. Sein eigenes Unternehmen zu verkaufen, klingt für viele nach Scheitern. Das muss es aber nicht sein. Dein eigenes Unternehmen zu verkaufen, kann ein guter und wichtiger Schritt sein.
  • Der Unternehmensverkauf ist ein komplizierter und langwieriger Prozess. Im Normalfall dauert der Exit mindestens sechs Monate, kann sich aber auch über mehrere Jahre ziehen.
  • Beim Unternehmensverkauf können viele Schwierigkeiten auftreten, die den Prozess in die Länge ziehen. Vor allem in die Vorbereitung, dem Zusammentragen von wichtigen Daten und Berichten, solltest du viel Zeit investieren.

Glossareintrag: Der Begriff Exit im Detail erklärt

Um dich über den Exit rundum zu informieren, haben wir für dich alle wichtigen und die häufigsten Fragen zu diesem Thema zusammengesucht und beantwortet. So bist und bleibst du gut informiert, wenn es um Unternehmensverkauf geht.

Was ist ein Exit?

Exit bedeutet wörtlich ins Deutsche übersetzt „Ausgang“. In der Wirtschaft hat der Exit aber noch eine andere Bedeutung – der Unternehmensverkauf. Bei einem Exit verlassen die Unternehmensgründer oder die beteiligten Investoren das Unternehmen. Dabei nehmen sie einen möglichst hohen Gewinn mit.

Exit bedeutet wörtlich übersetzt “Ausgang”. In der Welt der Wirtschaft steckt eine viel größere Bedeutung dahinter (Bildquelle: Michael Jasmund / unsplash).

Ein Exit kommt vor allem bei Start-ups vor und kennzeichnet den vorläufigen Höhepunkt einer erfolgreichen Gründung. Denn Start-ups können unter besonderen Voraussetzungen besonders schnell wachsen und den Wert der Firma in kurzer Zeit vermehren.

In den meisten Fällen wird das Start-up von einem deutlichen größeren Unternehmen in der Branche gekauft. Das Start-up ist etablierten Firmen ein Dorn im Auge, da es eine Konkurrenz darstellt. Aus diesem Grund bringt der Verkauf meist hohe Beträge ein.

Welche Exit Arten gibt es?

Der Unternehmensverkauf kann in verschiedenen Formen und aus unterschiedlichen Gründen auftreten.

#1: Trade Sale: Der Verkauf eines Unternehmens an einen Investor. Der Investor kauft (Teile) des Unternehmens oder Vermögensgegenstände. Der Käufer ist meistens selbst ein Unternehmen und verspricht sich durch den Kauf einen zusätzlichen Vorteil.

  • Konkurrenz: Bei dem Unternehmensverkauf an einen Investor, gibt es meist mehrere Interessenten. Der letztendliche Käufer sticht somit alle anderen Investoren aus. Außerdem werden alle vorherigen Anteilseigner mit Geld, Aktien oder Anteilen des Unternehms ausbezahlt.
  • Markterweiterung: Ein Trade-Sale kann zu einer Markterweiterung führen. Das passiert, wenn ein Unternehmen übernommen wird, das in schlecht abgedeckten Märkten aktiv ist.
  • Mitarbeiter: Bei der Übernahme eines Unternehmens werden in den meisten Fällen auch die Mitarbeiter übernommen. Dem Investor stehen so viele neue Möglichkeiten zur Verfügung.
    Vertikale Expansion: Es entsteht Mehrwert, dadurch dass neue Zulieferer oder Abnehmer integriert werden.
  • Horizontale Expansion: Der Investor kann durch den Unternehmenskauf neue Tätigkeitsbereiche übernehmen. Dadurch kann er seine eigene Produktpalette erweitern und sich diversifizieren.
  • Technologie: Bei einem Unternehmensverkauf werden auch Patente und technische Erfahrungen übernommen.

#2: Buyback: Der Rückkauf eines Unternehmens durch den ehemaligen Eigentümer. Eine seltene Exit Art, da der ehemalige Eigentümer oft keine großen finanziellen Mittel besitzt. Oft wird diese Variante gewählt, wenn der Verkaufspreis niedriger ist, als bei dem ersten Verkauf. Teilweise ist das Buyback die letzte Möglichkeit für den Investor, um einen Totalverlust zu vermeiden.

#3: Secondary Purchase: Der Verkauf der Anteile eines Unternehmens an eine Private Equity-Gesellschaft oder an einen finanziell ausgerichteten Investor. Das neue, externe Management übernimmt aktiv die Geschäftsführung und ist am Unternehmen beteiligt.

#4: Going-Public: Der Börsengang (IPO) eines Unternehmens. Ein vorher privates Unternehmen wird öffentlich gemacht. Meistens werden hohe Erlöse erzielt. Die Aktien werden unter institutionellen und privaten Investoren breit gestreut. Vorteile eines Börsengangs sind:

Vorteile:

  • Ausbau der Finanzierungsmöglichkeiten
  • Erweiterung der Gesellschafterstruktur
  • Personen mit kurzfristigem Investitionshorizont können zur langfristigen Finanzierung beitragen
  • Hohe Transparenz
  • Steigende Bekanntheit

Nachteile:

  • Unternehmen muss gewissen Voraussetzungen in Bezug auf Größe, Reife und
  • Fortführungsbeständigkeit erfüllen
  • Herausforderungen der Transparenz, Controlling und Wachstum
  • Hohe Kosten
  • Risiko einer feindlichen Übernahme

Welche Gründe gibt es für einen Exit?

Bei einem Exit steigen die Unternehmensgründer oder Investoren aus dem Unternehmen aus. Die Gründe dafür sind allerdings vielfältig. Es gibt sogar einige Gründer, die mit der Intention gründen, ihr Start-up zu verkaufen.

Gründe:

  • Ein gutes Angebot: Die Geschäftsidee ist so gut und Erfolg versprechend, dass ein großes Unternehmen oder sogar Konkurrent ein Kaufangebot macht. In diesem Fall kann es ein sehr gutes Angebot sein, dass eine große Chance für die Unternehmensgründer und Investoren ist.
  • Der nächste große Schritt: Jedes Start-up fängt klein an. Läuft das junge Unternehmen gut und hat bereits eine Marke etabliert und das Produkt weiterentwickelt, steht irgendwann der nächste Schritt an, für den neue Investoren gebraucht werden. Durch den Exit werden Teile an neue Investoren verkauft, um das Unternehmen voranzubringen.
  • Neues Projekt: Einige Gründer haben nach einer Zeit einfach genug von ihrem Unternehmen. Die Anfangsphase ist meistens die spannendste. Einige wünschen sich wieder eine neue Aufgabe. Mit dem Unternehmensverkauf kommt im besten Fall eine hohe Summe, für das nächste Projekt, zustanden.

Was muss ich beim Exit beachten?

Um beim Exit alles richtigzumachen, spielen einige Faktoren eine wichtige Rolle. Zum einen muss das Start-up eine gewisse Größe erreicht haben, um für Investoren oder andere Unternehmen überhaupt interessant zu sein. Außerdem muss ein starkes wirtschaftliches Wachstum vorliegen, das weiterhin anhält.

Der Exit dauert im Normalfall zwischen sechs und zwölf Monaten.

Der richtige Zeitpunkt spielt beim Exit auch eine große Rolle. In dieser Zeit liegt eine doppelte Belastung vor. Das Geschäft muss weitergeführt werden, der Kurs muss gehalten werden und der zeitintensive Exit Prozess wird durchgeführt.

Für den Exit sollte ausreichend Zeit eingeplant werden. Das Unternehmen muss sich mit stimmigen Unterlagen präsentieren, die die Wachstumsprognose realistisch darlegen. Die gesamte Entwicklung seit der Gründung muss genau dokumentiert werden. Alle aktuellen Unternehmenswerte müssen mit Zahlen belegt werden.

Alle Unterlagen müssen zur Präsentation aufbereitet werden. Dazu gehören unter anderem Finanz- und Businesspläne, außerdem Verträge, sämtliche Auswertungen und die Offenlegung der Investoren. Der Käufer muss bewerten können, ob das Unternehmen attraktiv für ihn ist. Daher dürfen Informationen über Geschäftspartner und Kunden nicht fehlen.

Wie führe ich einen Exit durch?

Der Unternehmensverkauf ist ein sehr langer Prozess. Um diesen etwas übersichtlicher zu gestalten, haben wir den Exit in sechs verschiedenen Phasen unterteilt(5).

  1. Vorbereitung: Wenn du dein Unternehmen verkaufen möchtest gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen. In jedem Fall muss der Exit aber gut geplant werden. Bist du aus irgendeinem Grund gezwungen deine Firma zu verkaufen und stehst unter Zeitdruck, solltest du dich auf die wichtigen Sachen der Vorbereitung beschränken.
  2. Käufersuche: In ersten Schritt hast du dir schon Gedanken gemacht, warum du überhaupt verkaufen willst. Jetzt geht es darum den richtigen Käufer zu finden. Je mehr Merkmale du für dich definierst, desto gezielter kannst du suchen.
  3. Gespräche mit Kaufinteressenten: Nachdem du potenziellen Käufern die wichtigsten Daten und Fakten vorgelegt hast, musst du den Investor motivieren, sich mit dem Projekt zu beschäftigen. Nach Telefonaten erfolgt meist ein persönliches Treffen und eine Besichtigung.
  4. Prüfung: Hat der Investor bis jetzt Interessen, wird es spannend. Der Interessent wird alles genau über dein Unternehmen wissen wollen. Hier zahlt sich eine gründliche Vorarbeit aus. Finanzen, Markt- und Wettbewerbsaspekte, Personal, Recht und Steuern werden genau untersucht.
  5. Verhandlung: Nach dem Prüfen der Informationen wird eine Unternehmensbewertung durchgeführt. Jetzt beginnt die eigentliche Verhandlung. Das Verhandlungsgeschick bestimmt wie bei jedem Geschäft den endgültigen Preis.
  6. Abschluss: Im Idealfall endet die Verhandlung mit der Unterzeichnung des Vertrags. Bis zur Kreditvergabe und Überweisung kann es eine Weile Dauern.
    Der Unternehmensverkauf ist ein sehr langwieriger Prozess, der sich über mehrere Jahre ziehen kann. Um das bestmögliche herauszuholen, empfiehlt es sich professionelle Hilfe zu holen. Es gibt genug Experten auf diesem Gebiet.

Welche Schwierigkeiten gibt es beim Exit?

Egal weshalb du dein Unternehmen verkaufen möchtest, ein Unternehmensverkauf ist eine große Herausforderung und ein langer Prozess. Häufig kommt es bei dem Prozess zu Schwierigkeiten.

Eine der meisten Fehler die gemacht wird, liegt in der Vorbereitung des Unternehmensverkaufes. Möchtest du dein Unternehmen verkaufen, liegt es an dir, mögliche Investoren zu überzeugen. Dazu müssen dem Kaufinteressenten diverse Dokumente und Berichte zur Verfügung gestellt werden. Eine sorgfältige Dokumentation steigert nicht nur die Verkaufschance, sondern auch der Wert des Unternehmens.

Ein Exit ist ein langwieriger Prozess, der sich über mehrere Jahre strecken kann. Du solltest dich früh mit potenziellen Käufern befassen. In der Blütezeit ist dein Unternehmen am meisten Wert.

Viele Unternehmen schrecken außerdem davor zurück, sich professionelle Hilfe beim Unternehmensverkauf zu holen. Ein Experte kennt sich mit allen Schwierigkeiten des Unternehmensverkaufes aus und kann dich beraten. Im besten Fall kann er eine deutlich höhere Summe herausholen, als du es allein geschafft hättest.

Auch bei der Suche nach dem passenden Käufer kann es zu Schwierigkeiten kommen. Oft haben die Geschäftsführer schon ein Bild im Kopf, wem sie ihr Unternehmen überlassen möchten. Bleibe bis zur Vertragsunterzeichnung offen für verschiedenen Interessenten und nicht direkt die Augen verschließen.

Ein weiterer Fehler liegt bei unrealistischen Preisvorstellungen. Besonders Unternehmen, die ihr Lebenswerk verkaufen wollen, fällt das Loslassen am Ende sehr schwer. Angaben, wie “Viermal der Jahresumsatz” oder “acht Jahresüberschüsse” solltest du nicht zu stark berücksichtigen. Sie dienen als Anhaltspunkt, können eine professionelle Unternehmensbewertung allerdings nicht ersetzen.

Beim Unternehmensverkauf können einige Fehler unterlaufen. Um diese möglichst zu vermeiden, solltest du dich rechtzeitig für einen Unternehmensverkauf entscheiden, um nicht unter Druck zu stehen.

Fazit

Der Exit ist ein sehr komplizierter und langwieriger Prozess. Es gibt unterschiedliche Gründe, aus denen es sich lohnt, sein Unternehmen zu verkaufen. Außerdem gibt es verschiedenen Wege, einen Unternehmensverkauf durchzuführen. In diesem Artikel hast du eine Übersicht erhalten, in welchen Schritten du vorgehen solltest.

Möchtest du dein Unternehmen verkaufen und eine möglichst hohe Summe erzielen, solltest du nicht davor zurückschrecken, dir professionelle Hilfe zu holen. Es gibt viele Schwierigkeiten, die auftreten können. Ein Experte kennt sich genau mit diesen Fallstricken aus und kann dir helfen. Vor allem in die Vorbereitung und die Aufbereitung verschiedener Daten und Berichte solltest du genügend Zeit investieren.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/trade-sale [2] https://www.foerderland.de/mittelstand/verkauf-des-unternehmens/buy-back/ [3] https://www.hausarbeiten.de/document/118884 [4] https://www.bachelor-master-publishing.de/document/296487 [5] https://www.unternehmer-radio.de/unternehmensverkauf-folgende-schritte-sind-zu-beachten/

Bildquelle: pixabay / Mediamodifier

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