Selbständigkeit

Freie Mitarbeit: Bringe mehr Freiheit in deinen Arbeitsalltag

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Viele vor allem jüngere Menschen träumen davon, als freie Mitarbeiter bei Unternehmen tätig werden zu können und so ihr eigener Chef zu sein. Sie können dann selbst entscheiden, welche Aufträge sie annehmen und auch ihren Lohn selbst bestimmen. In der Regel müssen sie auch keine 40-Stunden-Wochen arbeiten, sondern haben einiges mehr an Freizeit. Sehr oft ist es auch möglich, die Arbeitszeit frei zu wählen.

Sowohl für den freien Mitarbeiter selbst als auch für Unternehmen hat diese Arbeitsform aber nicht nur Vorteile. Wir möchten in diesem Beitrag unter anderem die Vor- und Nachteile dieser Beschäftigung aufzeigen, sie mit Freiberuflern und Freelancern vergleichen und auch darauf eingehen, in welchen Branchen freie Mitarbeiter überhaupt tätig sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • Freie Mitarbeiter schließen mit ihren Auftraggebern einen Honorar-, Dienst- oder Werkvertrag ab. Sie arbeiten entweder auf Stunden- oder Projektbasis.
  • Sie arbeiten weisungsunabhängig und sind für mehrere Unternehmen tätig.
  • Freie Mitarbeiter bestimmen ihren Lohn selbst bzw. handeln diesen immer wieder neu aus.

Definition: Was ist Freie Mitarbeit?

Freie Mitarbeiter sind im Gegensatz zu normalen Angestellten bei keinem Unternehmen fest beschäftigt. Im Gegensatz zu einem Mitarbeiter werden sie nicht ins Unternehmen integriert. Des Weiteren sind sie nicht weisungsgebunden und erhalten von Unternehmen Arbeitsaufträge.

Büro

Als freier Mitarbeiter bist du meist für mehrere Unternehmen gleichzeitig tätig und nicht fest angestellt. Deswegen gilt es hier, einige wichtige Punkte zu beachten. (Bildquelle: pexels.com / Startup Stock Photos)

Oft sind sie nicht nur für eine Firma, sondern für mehrere Auftraggeber tätig. Sie erhalten einen Honorar-, Dienst- oder Werkvertrag, in dem unter anderem die Aufgabenstellung und der Lohn geregelt sind. Wird ein freier Mitarbeiter von einem Unternehmen im großen Umfang und über einen längeren Zeitraum gebucht, entsteht ein arbeitnehmerähnliches Arbeitsverhältnis. In dem Werkvertrag können dann auch Regelungen zur Anzahl der Urlaubstage etc. getroffen werden.

Was ist der Unterschied zwischen Freiberuflern und freien Mitarbeitern?

Als Freiberufler kann nur tätig werden, wer einen Katalogberuf beziehungsweise katalogähnlichen Beruf ausübt. Diese hat der Gesetzgeber festgelegt. Zu den Katalogberufen gehören unter anderem Ärzte, Apotheker, Physiotherapeuten, Rechtsanwälte, Notare, Ingenieure, Architekten, Chemiker und Umweltgutachter, um nur ein paar Beispiele zu benennen.

Freiberufler werden: So machst du dich erfolgreich unabhängig

Zu den katalogähnlichen Berufen zählen unter anderem Hebammen, ambulante Krankenpfleger, EDV-Berater, Kfz-Sachverständige und zahlreiche weitere. Freiberufler benötigen des Weiteren ein abgeschlossenes Studium in ihrer Fachrichtung oder eine adäquate Ausbildung.

Als freier Mitarbeiter kann man hingegen auch ohne abgeschlossenes Studium tätig werden, wenn man über Erfahrungen verfügt oder auch neu in den Beruf hineinrutschen möchte. So werden beispielsweise bei Tageszeitungen viele freie Mitarbeiter beschäftigt. Freie Mitarbeiter werden oft projektbezogen gebucht, Freiberufler hingegen haben oft einen eigenen Kundenstamm (Rechtsanwälte, Ärzte etc.).

Was ist der Unterschied zwischen Angestellten und freien Mitarbeitern?

Angestellte erhalten von ihrem Arbeitgeber ein festes monatliches Gehalt. Zugleich werden für sie Lohnnebenkosten für die Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung und Einkommenssteuer abgeführt. Im Krankheitsfall erhalten sie eine Lohnfortzahlung.

Sie haben auch Anspruch auf mindestens 24 Tage Urlaub. Freie Mitarbeiter erhalten hingegen nur den vereinbarten Lohn und müssen sich selbst kranken- und rentenversichern. Auch die Einkommenssteuer müssen sie selbst abführen. Etwas einfacher wird es für sie, wenn sie Mitglied der Künstlersozialkasse sind. Diese übernimmt dann den Arbeitgeberanteil an den Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsbeiträgen.

Angestellte in Unternehmen arbeiten gegenüber ihrem Vorgesetzten weisungsgebunden. Bei freien Mitarbeitern ist dies nicht der Fall. Sie werden projektbezogen oder auch über einen längeren Zeitraum beschäftigt, können sich ihre Zeit aber durchaus. Vielfach sind sie gleichzeitig für mehrere Kunden tätig.

Hintergründe: Was du über freie Mitarbeit wissen solltest

Die Bandbreite an Branchen, in denen freie Mitarbeiter tätig werden können, ist enorm. Viele Unternehmen machen es sich zu Nutze, diese Mitarbeiter für Projekte zu engagieren und so auf ihr Fachwissen zurückgreifen zu können. Denn der freie Mitarbeiter muss sich selbst weiterbilden, um immer auf dem aktuellen Stand zu sein. Da er in verschiedenen Unternehmen tätig werden kann, wächst natürlich auch sein Erfahrungsschatz.

In welchen Branchen ist freie Mitarbeit üblich?

Freie Mitarbeiter sind unter anderem in den Bereichen

  • IT & Development
  • Ingenieurwesen und Technik
  • Finanz- und Versicherungswirtschaft
  • Wirtschaft, Kommunikation und Digitalisierung
  • Eventmanagement
  • Journalismus
  • Werbung
  • Management und Beratung
  • Vertrieb
  • Logistik, Verkehr und Transportwesen
  • Naturwissenschaften
  • Gesundheit
  • Design, Gestaltung und Medien
  • Gastronomie
  • Kunst und Kultur
  • Rechtswesen
  • Bildungswesen
  • Sozialwesen
  • Personalwesen
  • in der Verwaltung und Assistenz

tätig. In der Verwaltung und Assistenz können sie beispielsweise die Social-Media-Aktivitäten eines Unternehmens betreuen, im Ingenieurswesen an verschiedenen Bau- oder Maschinenbauprojekten mitarbeiten, bei der Verkehrsplanung einzelner Städte oder Regionen unterstützend tätig werden und dergleichen mehr.

Welche Vorteile haben Unternehmen von freier Mitarbeit?

Die Beschäftigung freier Mitarbeiter bietet Unternehmen einige Vorteile. So können mit freien Mitarbeitern betriebliche Engpässe überbrückt werden. Für die Durchführung von Projekten wird unter Umständen mehr Personal benötigt, welches zum Teil besondere Fähigkeiten besitzen muss. Dieses wäre aber in einem festen Angestelltenverhältnis nicht ausgelastet oder finanziell nicht rentabel wäre. Hier kann dann ein freier Mitarbeiter hinzugezogen werden, der über das nötige Wissen oder Know-how verfügt.

Freie Mitarbeit

Freie Mitarbeiter bedeuten für Unternehmen vor allem mehr Flexibilität und weniger Verwaltungsaufwand. (Bildquelle: pexels.com / rawpixel.com)

Unternehmen profitieren des Weiteren davon, dass für freie Mitarbeiter keine Sozialabgaben gezahlt werden müssen, da sie ja bei ihm nicht angestellt sind. Brutto- ist hier also gleich Nettolohn. Ist der freie Mitarbeiter kein Kleinunternehmer, so kommt noch die Umsatzsteuer hinzu.

Von Vorteil ist ebenfalls, dass freie Mitarbeiter flexibel eingesetzt werden können. Sie unterliegen keinen Kündigungsfristen, sofern im Werkvertrag keine anderweitige Vereinbarung getroffen wurde. Hat ein Unternehmen aktuell keinen Bedarf an den Dienstleistungen des freien Mitarbeiters, erhält dieser von ihm einfach keine Aufträge.

Welche Nachteile ergeben sich für Unternehmen durch freie Mitarbeit?

Freie Mitarbeit hat für Unternehmen auch ein paar Nachteile. Deshalb sollte regelmäßig abgewogen werden, ob nicht doch die feste Anstellung eine bessere Alternative wäre. Da freie Mitarbeiter meist für mehrere Auftraggeber tätig sind, stehen sie nicht immer automatisch zur Verfügung, wenn gerade Bedarf besteht. Hat das Unternehmen gute Erfahrungen mit einem freien Mitarbeiter gesammelt, kann es nicht davon ausgehen, dass dieser auch für den nächsten Einsatz freie zeitliche Kapazitäten hat.

Eventuell muss dann ein neuer freier Mitarbeiter gesucht und eingewiesen werden. Und damit wären wir schon beim nächsten Nachteil. Denn obwohl jeder freie Mitarbeiter Qualifikationen und Erfahrungen auf seinem Fachgebiet mit, aber jedes Unternehmen ist in seiner Arbeitsweise etwas anders aufgestellt. Somit muss jeder Freelancer erneut in die Arbeitsweise eingewiesen werden, damit eine gute Zusammenarbeit gewährleistet ist.

Ein weiterer Nachteil für Unternehmen ist, dass freie Mitarbeiter meist einen höheren Stundenlohn erhalten als Festangestellte. Das wiederum führt nicht nur erst einmal zu höheren Ausgaben auf Seiten des Unternehmens, sondern kann auch den Arbeitsfrieden schädigen. Denn wer arbeitet schon gern für weniger Geld als sein neu hinzugekommener Kollege, der als freier Mitarbeiter tätig ist und erst noch in die Arbeitsprozesse des Unternehmens eingewiesen werden muss, wenn er hier zum ersten Mal tätig wird.

Werden immer wieder neue freie Mitarbeiter beschäftigt, entwickeln diese nie ein Wir-Gefühl. Des Weiteren investiert das Unternehmen in die Kapazitäten freier Mitarbeiter, anstatt das Geld dafür zu nutzen, die Loyalität der eigenen Angestellten zu fördern. Deshalb ist es sinnvoll, danach zu schauen, welche Tätigkeiten von den eigenen Angestellten übernommen werden könnten, vielleicht auch durch einen finanziellen Anreiz wie beispielsweise die Inaussichtstellung einer Gehaltserhöhung.

Freie Mitarbeit: Praktische Anwendung und Vorteile

Die freie Mitarbeit hat für Selbstständige sowohl Vor- als auch Nachteile. Wer sich allerdings Gedanken über diese Tätigkeit macht, bringt sie meist nur mit den Vorteilen in Verbindung. Um aber genau abwägen zu können, musst du natürlich auch die andere Seite der Medaille kennen.

Was muss ich bei einem Vertrag über freie Mitarbeit beachten?

Grundsätzlich wird zwischen einem Honorar- bzw. Dienstvertrag und einem Werkvertrag unterschieden. Bei Honorar- und Dienstverträgen wird ein Stundenlohn vereinbart, bei Werkverträgen ein Projekthonorar gezahlt. Dienstverträge beinhalten, wie die Bezeichnung schon sagt, die Erbringung von festgelegten Diensten gegen ein ebenfalls festgeschriebenes Salär.

Vertrag

Auch für freie Mitarbeit ist es wichtig, einen Vertrag abzuschließen. Hierbei sollte vor allem auf die Bezahlung und den Arbeitsumfang geachtet werden. (Bildquelle: unsplash.com / Cytonn Photography)

Er ist in etwa dem Arbeitsvertrag eines Angestellten gleichzusetzen. Im Gegensatz zum Werkvertrag schuldet der Dienstverpflichtete, in unserem Fall also der freie Mitarbeiter, eine Leistung, im Gegensatz zum Werkvertrag aber keinen Erfolg.

Grundsätzlich solltest du bei einem Vertrag über freie Mitarbeit darauf achten, dass die Art der Dienstleistung genau festgelegt wird und du zu keinen weitergehenden Arbeiten verpflichtet bist. Diese muss dann ein Festangestellter übernehmen. Zudem bist du nicht weisungsgebunden. Achte auch darauf, dass dir noch genügend Zeit bleibt, an anderen Projekten zu arbeiten, und lass das Stundenkontingent oder die Projektdauer entsprechend festschreiben.

Ansonsten besteht die Gefahr, dass das Finanzamt deine Tätigkeit als Scheinselbstständigkeit einstuft und das Unternehmen auch rückwirkend zur Zahlung der Sozialleistungen inklusive Lohnsteuern verpflichtet werden kann. Es sollte also auch im Interesse der Firma sein, dass du dich auch weiteren Projekten widmen kannst und du beispielsweise nicht komplett für ein halbes oder ganzes Jahr während deiner gesamten Arbeitszeit eingeplant wirst.

Wie werde ich als freier Mitarbeiter bezahlt?

Als freier Mitarbeiter legst du deinen Lohn selbst fest. Hier kannst du sowohl einen Stundenlohn, Tagessatz oder auch ein Projekthonorar angeben. Von deinem Lohn musst du allerdings alle deine Ausgaben, inklusive Sozialleistungen und Steuern, Ausgaben für dein Büro etc. selbst bestreiten.

Deshalb ist dein Lohn höher anzusetzen als der Stundenlohn eines Festangestellten. Am besten informierst du dich im Internet oder auch bei der IHK, Kreishandwerkskammer und anderen Vereinigungen darüber, welche Löhne in der Branche üblich sind. Schaue dir aber auch die Webseiten deiner Mitbewerber an und informiere dich dort über ihre Leistungen und – wenn angegeben – Preise.

Was hat es mit Scheinselbstständigkeit auf sich und wie lässt sie sich vermeiden?

Von Scheinselbstständigkeit spricht man, wenn ein Freelancer bzw. freier Mitarbeiter über einen längeren Zeitraum nur für ein Unternehmen tätig und somit von diesem finanziell abhängig ist. Gleiches trifft auch zu, wenn der freie Mitarbeiter Anweisungen des Arbeitgebers ausführen muss.

Hierbei könnte es sich um ein „de facto Angestellten-Verhältnis“ handeln. Ob eine Scheinselbstständigkeit besteht, hängt nicht von den Angaben im Dienst- oder Werkvertrag ab, sondern von der tatsächlich ausgeführten Tätigkeit. Kommt es dazu, dass das Finanzamt oder die Sozialversicherungen (auch rückwirkend) feststellen, dass es sich nicht um freie Mitarbeit, sondern um ein festes Angestelltenverhältnis handelt, hat er Arbeitgeber die Kosten für die Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung nachzuzahlen. Eine zusätzliche weitere Strafzahlung kann ebenfalls festgesetzt werden.

Welche Vorteile hat freie Mitarbeit für mich als freier Mitarbeiter?

Wie bereits erwähnt, bist du als freier Mitarbeiter nicht weisungsgebunden. Es kann dir also kein Mitarbeiter oder Chef eines Unternehmens Vorgaben hinsichtlich deiner Arbeitszeiten und – wenn nicht die Arbeit beim Arbeitgeber direkt vor Ort schriftlich vereinbart wurde – zum Arbeitsort machen.

Du kannst dabei sehr wohl Gewerbetreibender, Freiberufler und auch Angestellter eines anderen Unternehmens sein. Bei Letzterem müsstest du allerdings darauf achten, dass dein dortiger Arbeitgeber dir die Nebentätigkeit in einem anderen Unternehmen, das aber nicht zur Konkurrenz gehören sollte, genehmigt.

Als Freelancer entscheidest du selbst darüber, welche Aufträge für dich interessant sind und welche du annimmst. Immer mal wieder wirst du mit Kunden auch schlechte Erfahrungen machen. Du hast dann das Recht, eine weitere Zusammenarbeit – beispielsweise bei anderen Projekten – abzulehnen.

Freelancer: So verdienst du dein Geld unabhängig

Im Gegensatz zum festangestellten Mitarbeiter musst du keine bestimmte Arbeitsleistung erbringen und siehst dich auch weniger Erwartungen gegenüber. Du kannst als freier Mitarbeiter sehr flexibler reagieren und selbst entscheiden, wie viele Projekte du in Angriff nehmen möchtest. Zudem hast du auch die Möglichkeit, über die einzelnen Vertragskonditionen zu verhandeln. Diese Möglichkeit hat ein Festangestellter nicht oder nur in sehr begrenztem Umfang.

Bei der Wahl des Arbeitsortes und der Arbeitszeit bist du auch deutlich flexibler. Viele freie Mitarbeiter orientieren sich nicht an den Bürozeiten, arbeiten von unterwegs oder im eigenen Home Office.

Einer der größten Vorteile ist sicher, dass du Einfluss auf eine Bezahlung hast. Während ein Festangestellter sich zwar in den Gehaltsverhandlungen für eine höhere Entlohnung seiner Arbeit einsetzen kann und diese dann für einen längeren Zeitraum festgeschrieben ist, kannst du bei jedem neuen Projekt deinen Lohn anpassen und verhandeln. Gerade wachsende Erfahrungen und neue Fähigkeiten sind hier gute Argumente.

Wer über Jahre hinweg immer nur mit den gleichen Aufgabenstellungen beschäftigt ist, sehnt sich nach Abwechslung. Diese ist bei einer Tätigkeit als freier Mitarbeiter gegeben, da du immer wieder mit neuen Firmen arbeiten wirst, andere Mitarbeiter kennenlernst und auch durch die verschiedenen Projekte dazulernst. Von diesen Erfahrungen profitieren auch deine zukünftigen Kunden.

Welche Nachteile hat freie Mitarbeit für mich als freier Mitarbeiter?

Viele sehen nur die Vorteile einer Tätigkeit als freier Mitarbeiter. Dabei gibt es auch einige wichtige Aspekte, die durchaus als Nachteil anzusehen sind.

Im Gegensatz zum festangestellten Mitarbeiter bestehen bei freien Mitarbeitern größere finanzielle Unsicherheiten. So erhalten Letztere kein festes monatliches Gehalt, sondern ihr Lohn hängt von der aktuellen Auftragslage ab. Zudem haben Freelancer auch weitere Ausgaben wie beispielsweise Büromiete, Raten für die technische Ausstattung usw. auch dann zu begleichen, wenn gerade Auftragsflaute herrscht.

Computer

Als freier Mitarbeiter bist du zwar flexibler und größtenteils dein eigener Chef. Oft ist jedoch die finanzielle Lage etwas unsicherer. (Bildquelle: pexels.com / Marek Levak)

Freie Mitarbeiter haben auch keinen Anspruch auf bezahlten Urlaub, müssen also für diese Zeit selbst Rücklagen schaffen. Für einige Freelancer ist es zudem schwer, nach dem Urlaub wieder in (neue) Projekte einzusteigen, da sich der Kunde vielleicht anderweitig beholfen hat. Deshalb solltest du, auch wenn du derzeit gut ausgebucht bist, immer wieder Werbung für deine Dienstleistungen machen. Denn schnell kann es auch einmal vorkommen, dass ein Kunde kurzfristig abspringt, und du deine zeitlichen Kapazitäten neu verplanen musst.

Negativ ist auch, dass du im Falle einer Krankheit keine Lohnfortzahlung erhältst. Damit du wenigstens nach den ersten sechs Wochen Geld bekommst, solltest du dir überlegen, eine Krankentagegeldversicherung abzuschließen. Und damit sind wir auch schon beim nächsten Punkt, denn als Freelancer musst du dich selbst versichern. Unerlässlich ist dabei die Krankenversicherung, deren Kosten du bei der Festlegung deines Stundenlohns oder Projekthonorars unbedingt mit berücksichtigen solltest.

Zu den weiteren wichtigen privaten Versicherungen, um die du dich kümmern musst, gehören die Renten- und die Pflegeversicherung. Solltest du im Rahmen deiner Tätigkeit zu dem Personenkreis gehören, dem eine Aufnahme in die Künstlersozialkasse (KSK) möglich ist, solltest du einen entsprechenden Aufnahmeantrag stellen. Gibt die KSK deinem Antrag statt, übernimmt sie den Arbeitgeberanteil an der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung.

Gerade am Anfang besteht die Gefahr, in die Scheinselbstständigkeit zu geraten. Achte deshalb von vornherein darauf, für mehrere Kunden gleichzeitig oder in geringen zeitlichen Abständen tätig zu werden. Was es mit der Scheinselbstständigkeit auf sich hat und wie du sie vermeiden kannst, haben wir bereits weiter oben aufgeführt.

Ressourcen: Die besten Einstiegsmöglichkeiten für freie Mitarbeit

Sehr sinnvoll ist es, wenn du über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügst oder du ein Studium erfolgreich absolviert hast, die mit deiner zukünftigen Tätigkeit zu tun haben. Wer beispielsweise als Redakteur oder Journalist arbeiten möchte, sollte ein Journalistikstudium abgeschlossen und Praktikaerfahrung im Rahmen eines Volontariats nachweisen können. EDV-Berater und Grafikdesigner, die als freie Mitarbeiter tätig werden möchten, sollten ebenfalls entsprechende Studiengänge erfolgreich absolviert haben.

Um sich aber als freier Mitarbeiter am Markt behaupten zu können, ist es ratsam, sich schon von Beginn Wissen anzueignen, das für eine erfolgreiche Selbstständigkeit notwendig ist. Im Internet findet man hierzu zahlreiche Ratgeber – den unsrigen hast du dir ja bis hier schon durchgelesen. Bei uns entdeckst du aber auch Beiträge darüber, was einen Freelancer ausmacht, was ein Freiberufler ist und was man unter einem Solopreneur versteht.

Solopreneur: So generierst du dir dein passives Einkommen

Denn du hast nicht nur die Möglichkeit, als freier Mitarbeiter für Unternehmen mit Honorar-, Dienst- oder Werkvertrag zu arbeiten, sondern kannst deinen Kunden auch selbst Verträge vorlegen oder aber ganz ohne arbeiten. In letzterem Fall solltest du dir aber gerade hinsichtlich der Bezahlung das schriftliche Okay einholen – meist ist hier eine E-Mail ausreichend.

Welche bekannten Bücher gibt es über freie Mitarbeit?

Einen umfassenden Eindruck über die rechtlichen Voraussetzungen für die Tätigkeit als freier Mitarbeiter bietet das bereits in dritter Auflage erschiene Buch „Der Freie-Mitarbeiter-Vertrag: Ein Leitfaden zur Vertragserstellung; Reihe Betriebliche Praxis“ von Christian Ostermaier.

Sehr gute Kritiken erhielt das von Benjamin Michels geschriebene Buch „Existenzgründung – Schritt für Schritt“. Es zeigt auf, was bei der Existenzgründung alles zu beachten ist und hat auch für freie Mitarbeiter seine Gültigkeit.

Worauf es bei der Vertragserstellung ankommt und wie man den Arbeitseinsatz richtig kalkuliert, kommt im Haufe Praxisratgeber „Mitarbeiter ohne Festanstellung – inkl. Arbeitshilfen online: Mit der richtigen Beschäftigungsform unternehmerische Risiken minimieren“ von Stephan Wilcken und Moritz Rothe zur Sprache. In diesem Buch werden sämtliche Vertragsformen vorgestellt. Online stehen aktuelle Vertragsvorlagen, Erläuterungen etc. zum Download bereit.

Die Kosten für diese Bücher kannst du übrigens bei deiner nächsten Steuererklärung – beispielsweise im Rahmen der Einnahme-Überschuss-Rechnung – steuerlich absetzen.

Fazit

Im Gegensatz zu anderen Freelancern gelten für freiberufliche Mitarbeiter einige Besonderheiten. Sie arbeiten zwar auch für verschiedene Unternehmen, haben hier aber einen Honorar-, Dienst- oder Werkvertrag unterzeichnet. Dieser beinhaltet wichtige Angaben zu Art und Umfang des Projektes, der zu erbringenden Stundenzahl, aber auch zum Arbeitsort und natürlich der Bezahlung.

Im Gegensatz zum Festangestellten kannst du als Freelancer deinen Lohn bei jedem neuen Projekt selbst festlegen, also auch erhöhen. Ein Festangestellter wird nach einer Gehaltserhöhung erst einmal für einige Zeit auf diesem Gehaltslevel bleiben. Da sich Freelancer selbst versichern und auch für die Einkommenssteuer selbst aufkommen müssen, fällt ihr Stundenlohn, Tagessatz oder auch Projektlohn natürlich höher aus als bei festangestellten Mitarbeitern, die die gleiche Tätigkeit verrichten.

Grundsätzlich solltest du darauf achten, dass du als freier Mitarbeiter gleichzeitig für mehrere Unternehmen tätig bist. Ansonsten besteht die Gefahr, dass das Finanzamt oder eine der Sozialversicherungen deine Tätigkeit als Scheinselbstständigkeit einstuft, was für das dich beschäftigende Unternehmen zur Folge hat, dass es die Sozialversicherungsbeiträge nachzuzahlen hat und eventuell auch Strafzahlungen folgen können.

Damit du deinen Beruf gern ausübst und nicht auf jeden Auftrag angewiesen bist, solltest du für deine Dienstleistungen auch dann Werbung machen, wenn du aktuell ausgebucht bist. Schaffe dir des Weiteren auch ein finanzielles Polster, damit du in Ruhe deinen Urlaub genießen kannst und auch im Krankheitsfall nicht sofort ohne Geld dastehst.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Dienstvertrag_(Deutschland)

[2] https://www.absolventa.de/karriereguide/vertragsarten/freie-mitarbeit

Bildquelle: pexels.com / rawpixel.com

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