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Werksstudent

Als Student stehen dir viele Möglichkeiten offen um nebenbei Geld zu verdienen. Dabei hast du bestimmt schon den Begriff Werkstudent gehört. Doch was ist ein Werksstudent überhaupt? Was machen Werkstudenten und wo finde ich überhaupt eine Stelle als Werkstudent? Diese und weitere Fragen werden wir dir im folgenden Beitrag beantworten.

In den nächsten Abschnitten erklären wir dir alles Wichtige rund um das Thema Werksstudent. Wir zeigen dir auf, welche rechtlichen Rahmenbedingungen es zu beachten gilt und welche Unterschiede es zwischen einem Werkstudenten und einem gewöhnlichen Praktikanten gibt. Danach bist du auf dem neustens Stand der Dinge und kannst bei Bedarf deine Werkstudenten-Karriere gleich starten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Werkstudenten sind Studenten, die neben der Uni einer Beschäftigung nachgehen. Diese Tätigkeit ist fest an das Studienfach geknüpft.
  • Als Werkstudent profitierst du von diversen Vorteilen. Beispielsweise musst du nicht in die Arbeitslosen- und Pflegeversicherung einbezahlen.
  • Mit einer Stelle als Werkstudent hast du die Möglichkeit bereits früh dein theoretisches Schulwissen in die Praxis umzusetzen. Dabei kannst du auch für später wichtige Kontakte knüpfen.

Glossareintrag: Der Begriff Werksstudent im Detail erklärt

In den folgenden Abschnitten haben wir für dich die wichtigsten Fragen rund um das Thema Werkstudent beantwortet. Somit hast du alle nötigen Informationen beisammen bevor du dich möglicherweise für eine Werkstudentenstelle bewirbst.

Was ist ein Werkstudent?

Ein Werkstudent ist grundsätzlichen ein Student, welcher neben seinem Studium einer zeitlich begrenzten Beschäftigung oder einer selbstständigen Tätigkeit nachgeht. Dabei hat diese Tätigkeit einen Bezug zum Studienfach. Werkstudenten können somit bereits erste Erfahrungen in ihrer (zukünftigen) Branche sammeln. Werkstudenten arbeiten während des Studiums Teilzeit und meistens erhöhen sie ihr Pensum während den Semesterferien.(1)

Eine Werkstudentenstelle ist dafür gedacht dein Wissen von der Uni praktisch anzuwenden. Bestenfalls helfen dir deine Fähigkeiten, die du beim Job erwirbst, auch im Studium weiter.

Als Werkstudent übernimmst du als Teil eines Teams wichtige Aufgaben in einem Projekt. (Bildquelle: unsplash / Mimi Thiam)

Eine Werkstudentenstelle macht sich gut auf dem Lebenslauf. Du kannst bereits in deiner Berufswelt Luft schnuppern und dadurch besser abschätzen, ob du dich in der richtigen Branche befindest oder nicht. Werkstudentenstellen sind ein lukrativer Nebenerwerb.

Dadurch, dass die Anzahl Arbeitsstunden rechtlich geregelt ist, ist ein solcher Nebenerwerb bestens mit dem Studium vereinbar. Da Werkstudenten meist länger in einem Unternehmen bleiben, können sie tiefer in Projekte eingebunden werden.

Als Werkstudent kannst du dir dein eigenes Geld verdienen und bist somit nicht auf deine Eltern, den Staat oder Stiftungen angewiesen. Nebst den fachlichen Kenntnissen kannst du auch deine Softskills ausbauen und bereits wichtige Kontakte für deine zukünftige Laufbahn knüpfen. Oftmals kannst du auch Abschlussarbeiten in der Firma schreiben und somit profitierst du von einer direkten Betreuung.

Was sind typische Tätigkeiten eines Werkstudenten?

Die Tätigkeiten eines Werkstudenten variieren natürlich stark vom Einsatzgebiet. Besonders in der IT-Branche und im Finanz- und Ingenieursektor sind Werkstudenten sehr beliebt. Werkstudenten gelten als qualifizierte Arbeitskräfte, weswegen sie stark in Projekte oder anderen Arbeiten mit einbezogen werden.

Da Werkstudenten meist eine längere Zeit im Unternehmen bleiben, durchlaufen sie auch oftmals verschiedene Stufen und lernen somit das Unternehmen als Ganzes kennen.

Dank dem Einblick in verschiedene Abteilungen bauen sie sich somit ein grosses Netzwerk auf. Die Arbeiten sind meist spezifischer und anspruchsvoller als die eines Praktikanten. Dazu folgt aber später mehr.

Beispiele einiger Tätigkeiten sind: Organisation von Veranstaltungen, Unterstützung in der Personalabteilung, Vorbereiten von Präsentationen oder die Recherche zu bestimmten Themen. Die Liste an möglichen Aufgabengebieten ist unendlich lang. Dazu kommen noch Assistenz-Arbeiten hinzu oder die Mitarbeit am Design oder der Implementierung.

Wie sehen die rechtlichen Rahmenbedingungen aus?

Voraussetzungen

Um als Werkstudent zu arbeiten, müssen unter anderem folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Während der Vorlesungszeit darfst du nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten. Pro Jahr darfst du maximal 26 Wochen länger als 20 Stunden pro Woche arbeiten.
  • Während dieser Zeit musst du an einer Universität oder Fachhochschule immatrikuliert sein.
  • Das Studium hat gegenüber der Arbeitsstelle immer Vorrang.
  • Studenten, die sich im Urlaubssemester befinden, können nicht als Werkstudenten tätig sein. Dasselbe gilt für ein Fernstudium oder Teilzeitstudium.
  • Du darfst dich maximal im 25. Fachsemester befinden.(2)

Versicherungen und Abzüge

Als Werkstudent genießt du viele Vorteile. Wie die Abgabe bezüglich den verschiedenen Versicherungen rechtlich geregelt ist, erfährst du in der folgenden Auflistung.

Krankenversicherung

Als Student musst du krankenversichert sein, jedoch musst du nicht in die Kranken- und Pflegeversicherung einbezahlen. Für deine Krankenversicherung stehen dir verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl.

  1. Bist zu deinem 25. Geburtstag kannst du dich über deine Eltern in der Familienversicherung kostenfrei mitversichern lassen. Wenn du mehr als 450 Euro monatlich verdienst, fällst du leider nicht mehr in diese Kategorie.
  2. Wenn du zwischen 25 und 30 Jahre alt bist, musst du dich in einer studentischen Krankenversicherung eintragen lassen. Die Beiträge belaufen sich auf ca. 80 Euro im Monat.
  3. Ab dem 14. Fachsemester und/oder ab deinem 30. Geburtstag kannst du dich freiwillig privat oder gesetzlich versichern lassen.(3, 4)
Arbeitslosenversicherung

Solange du nicht mehr als 20h pro Woche arbeitest, bist du von der Arbeitslosenversicherung ausgeschlossen. Dies liegt daran, weil du als Werkstudent rechtlich gesehen nicht arbeitslos werden kannst.
Hauptberuflich bist du immer noch Student, weswegen auch dein Arbeitgeber keine Abzüge für dich leisten muss. Leider hast du als Werkstudent jedoch auch kein Recht auf Kurzarbeit.(5)

Rentenversicherung

Als Student bist du versicherungspflichtig in der Rentenversicherung. Bei einem Monatslohn von weniger als 450 Euro kannst du einen Antrag auf Befreiung stellen.
Bei einem Betrag von 450 bis 1300 Euro zahlst du meist einen Beitrag zwischen 4% und 9%. Den Rest übernimmt dein Arbeitgeber.

Bei einem Monatslohn von mehr als 1300 Euro zahlen sowohl du als auch dein Arbeitgeber je zur Hälfte 9,3%. (5, 6)

Urlaub

Als Werkstudent hast du natürlich, wie jeder andere Arbeitnehmer, ein Anrecht auf Urlaub. Das Bundesurlaubsgesetz regelt deinen rechtlichen Anspruch auf Urlaub. Dies gilt natürlich nur, wenn du schon seit mindestens 6 Monaten im Betrieb bist. Die Anzahl Urlaubstage hängt davon ab, an wie vielen Tagen du in der Woche arbeitest. Laut dem Gesetz stehen bei einer 5-Tage-Woche einem Arbeitnehmer rund 20 Tage Urlaub zu.

Als Werkstudent hast du bei einer 5-Tages-Woche Anspruch auf rund 20 Urlaubstage pro Jahr. (Bildquelle: unsplash / Link Hoang)

Wenn du deine 20-Stundenwoche auf nur 4 Tage verteilst, hast du nur noch Anspruch auf 16 Urlaubstage pro Jahr. Wenn du jeweils an nur 3 Tagen arbeitest, sind es nur noch 12 Tage pro Jahr. Weitere Regelungen sind meist im Arbeitsvertrag festgehalten. Als Werkstudent kann es also von Vorteil sein, wenn du dein Pensum auf mehrere Tage aufteilst, um somit Anrecht auf mehr Urlaubstage zu haben.(7)

Steuern

Der jährliche Steuerfreibetrag liegt im Jahr 2020 bei rund 9’408 Euro. Solange du unter diesem Betrag liegst, musst du keine Steuern zahlen. Nichtsdestotrotz wirst du in eine Lohnklasse eingeteilt. Die Einteilung folgt je nach Zivilstand. Solltest du noch ledig sein, wirst du in die Steuerklasse I eingeteilt. Bei dieser Steuerklasse liegt der Freibetrag bei 9’408 Euro. Falls du diese Grenze überschreitest, musst du für den darüberliegenden Betrag Steuern zahlen.

Eine Steuererklärung kann sinnvoll sein, um eine mögliche Rückerstattung zu berechnen. Solltest du als Student zu viel Lohnsteuer gezahlt haben, kannst du diese vom Steueramt rückerstatten lassen. Dies kann eintreten, falls dein Gehalt unter einer bestimmten Jahresgehaltsgrenze geblieben ist. (8)

Kindergeld und BAföG

Solange du noch unter 25 bist, kannst du weiterhin Kindergeld beziehen. Die Voraussetzung dafür ist, dass du dich in deiner Erstausbildung befindest und nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest. Wichtig zu wissen ist, dass das Kindergeld nicht von deinem Werkstudent-Gehalt abhängt.

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) ist für die staatliche Unterstützung von Schülern und Studenten verantwortlich. Deine jährlichen Einkünfte dürfen nicht höher als 5’400 Euro sein, ansonsten hast du keinen Anspruch auf diese Ausbildungsbeiträge. Einen entsprechenden Antrag kannst du beim BAföG-Amt stellen.(9)

Wie viel verdient man als Werkstudent?

Als Werkstudent profitierst du vom Mindestlohngesetz. Dein Stundenlohn darf nicht tiefer als 9,35 Euro brutto sein. Dabei ist allerdings noch eine Menge Luft nach oben. Meistens kannst du mit einem Stundenlohn zwischen 10 und 16 Euro rechnen. Die Höhe hängt von vielen Faktoren ab. Wie beispielsweise der Branche, dem Studiengang, deiner beruflichen Erfahrung, dem Unternehmen und der Ortschaft.(10)

Du kannst davon ausgehen, dass du während deinem Masterstudium höher vergütet wirst, als während dem Bachelor. Das liegt daran, dass du für das Unternehmen nun wertvoller bist. Durchschnittlich kannst du mit einem monatlichen Einkommen von 500 bis 1000 Euro rechnen.

Was unterscheidet einen Werkstudenten von einem Praktikanten/einer studentischen Aushilfe?

Es gibt viele Möglichkeiten neben dem Studium bereits Arbeitserfahrung zu sammeln. Du kannst zwischen einer Werkstudentenstelle, einem Praktikum und einem gewöhnlichen Minijob wählen. Der Hauptunterschied liegt meist am Bezug zum Studienfach.

Werkstudenten arbeiten in ihrem Fachgebiet und können ihr theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen. Bei einem Praktikum oder einem gewöhnlichen Nebenjob ist das nicht immer der Fall.

Ein Werkstudent bleibt meist für eine längere Zeit im Unternehmen, wodurch sich eine tiefgründige Einarbeitung für das Unternehmen lohnt.

Werkstudenten werden in langfristige Projekte mit eingebunden und erhalten dadurch mehr Verantwortung. Praktikantenstellen sind meist befristet, wodurch du als Praktikant zeitlich bedingt nur einen kurzen Einblick in das Unternehmen erhältst.

In erster Linie sollte es darum gehen, den Betrieb und den Berufsalltag besser kennenzulernen. Eine feste Einbindung lohnt sich meistens nicht. Deswegen übernimmst du als Praktikant meist Arbeiten, die gerade erledigt werden müssen oder greifst deinen Kollegen unter die Arme.

Gewöhnliche Minijobs haben auch ihre Vor- und Nachteile. Zum einen bist du bezüglich des Einsatzes und der Arbeitszeiten meist flexibler und je nach Branche und Tätigkeit kannst du mit einem guten Stundenlohn rechnen. Ein weiterer Vorteil ist, dass du Jobs erledigen kannst, die dir wirklich Spaß machen. Natürlich ist eine solche Arbeitserfahrung besser als keine, jedoch bringt sie dich beruflich gesehen weniger weit als eine Werkstudentenstelle.

Wo finde ich eine Stelle als Werkstudent?

Werkstudentenstellen findest du heutzutage am ehesten im Netz. Falls du schon genau weißt für welches Unternehmen du dich engagieren möchtest, schaust du am besten auf deren Homepage nach. Eine weitere Möglichkeit bieten sogenannte Jobportale.

Hier kannst du die Ortschaft, die Branche, das Gehalt und noch weitere Faktoren einstellen und erhältst somit zugeschnittene Jobangebote. Du musst jedoch beachten, dass die Konkurrenz groß ist, da jeder Zugang zu solchen Jobportalen hat.

Karriereveranstaltungen an deiner Uni sind eine weitere Möglichkeit. Du kannst somit bereits Kontakte knüpfen und Vertreter des Unternehmens persönlich kennenlernen.

Falls du ein Profil auf LinkedIn oder Xing hast, dann nutze das unbedingt aus. Es gibt viele Stellen, die nur auf solchen Foren veröffentlicht werden. Aktualisiere dein Profil und bewirb dich direkt via Plattform.

Fazit

Als Werkstudent hast du bereits früh die Möglichkeit einen Einblick in dein zukünftiges Berufsfeld zu erlangen. Als kompetente Arbeitskraft bringst du durch dein aktuelles Wissen für das Unternehmen einen Mehrwert ein. Von einer Werkstudentenstelle profitierst du in vielerlei Hinsicht. Du bist durch das Mindestlohngesetz geschützt, erhältst Privilegien bezüglich den Abzügen und hast Anspruch auf Ferien.

Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Studentenjob ziehst du hierbei Vorteile für deine weitere berufliche Karriere. Werkstudentenstellen findest du beinahe zu jedem Studienfach. Mit etwas Glück findest du auch in deiner Region deinen Traumjob.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/werkstudent-50070 [2] https://www.arbeitsrecht-weltweit.de/2018/05/03/der-werkstudent-das-unbekannte-wesen [3] https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbv/6.html [4] https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__20.html [5] https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__27.html [6] https://www.studis-online.de/jobben/werkstudent.php#versicherung [7] https://www.gesetze-im-internet.de/burlg/BJNR000020963.html [8] https://www.absolventa.de/karriereguide/vertragsarten/werkstudenten-job [9] https://www.xn--bafg-7qa.de/de/welche-freibetraege-werden-gewaehrt–378.php [10] https://www.gesetze-im-internet.de/milog/BJNR134810014.html

Bildquelle: Wes Hicks / unsplash

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